← Zur Übersicht
In Norwegen wird die Thronfolge nun endlich wieder spannend, allerdings eher in der Disziplin des Justizvollzugs. Marius Borg Høiby, der royale Goldjunge mit der Vorliebe für alles, was das Strafgesetzbuch als Handlungsanweisung missversteht, wurde zu vier Jahren Haft verurteilt. Offenbar hat das Gericht entschieden, dass die Immunität der Krone nicht für das Erbgut der bürgerlichen Ehegatten gilt. Während Mama Mette-Marit normalerweise mit Staatsbesuchen und der obligatorischen skandinavischen Melancholie beschäftigt ist, muss sie nun ein neues Kapitel im höfischen Protokoll aufschlagen: Die Etikette beim Besuch im Hochsicherheitstrakt. Es bleibt abzuwarten, ob die norwegische Justiz für den verlorenen Sohn eine Zelle mit Elchleder-Tapete und ergonomischem Designerstuhl bereitstellt, damit das skandinavische Lebensgefühl auch hinter schwedischen Gardinen nicht verkümmert. Dass er zwei Vergewaltigungen nach norwegischem Recht begangen haben soll, lässt vermuten, dass der junge Mann das Konzept der Einwilligung für eine lästige Formalität hielt, wie die Einreisekontrolle für das gemeine Fußvolk. Die norwegische Monarchie, die ohnehin schon so bieder daherkommt wie ein zerlegtes Billy-Regal am Sonntagnachmittag, hat nun endlich ihren eigenen Bösewicht, auch wenn der eher nach verzogenem Praktikanten als nach Richard III. riecht. Sollte die Berufung scheitern, könnte Marius immerhin eine neue Modekollektion entwerfen: Gestreifte Pyjamas mit dem Wappen des Hauses Glücksburg. Es ist beruhigend zu wissen, dass im Norden selbst das blaue Blut im Zweifelsfall durch eine ganz normale Urinprobe ersetzt wird. Einziger Wermutstropfen für die Krone: Ein Gefängnisaufenthalt ist immerhin die einzige Form der Isolation, bei der man nicht durch die ständige Präsenz von neugierigen Touristen in Gore-Tex-Jacken gestört wird.
Ausland

Kronprinzenrolle rückwärts: Marius Borg Høiby tauscht Staatsbankett gegen Gitterstäbe

In Norwegen wird die Thronfolge nun endlich wieder spannend, allerdings eher in der Disziplin des Justizvollzugs. Marius Borg Høiby, der royale Goldjunge mit der Vorliebe für alles, was das Strafgesetzbuch als Handlungsanweisung missversteht, wurde zu vier Jahren Haft verurteilt. Offenbar hat das Gericht entschieden, dass die Immunität der Krone nicht für das Erbgut der bürgerlichen Ehegatten gilt. Während Mama Mette-Marit normalerweise mit Staatsbesuchen und der obligatorischen skandinavischen Melancholie beschäftigt ist, muss sie nun ein neues Kapitel im höfischen Protokoll aufschlagen: Die Etikette beim Besuch im Hochsicherheitstrakt. Es bleibt abzuwarten, ob die norwegische Justiz für den verlorenen Sohn eine Zelle mit Elchleder-Tapete und ergonomischem Designerstuhl bereitstellt, damit das skandinavische Lebensgefühl auch hinter schwedischen Gardinen nicht verkümmert. Dass er zwei Vergewaltigungen nach norwegischem Recht begangen haben soll, lässt vermuten, dass der junge Mann das Konzept der Einwilligung für eine lästige Formalität hielt, wie die Einreisekontrolle für das gemeine Fußvolk. Die norwegische Monarchie, die ohnehin schon so bieder daherkommt wie ein zerlegtes Billy-Regal am Sonntagnachmittag, hat nun endlich ihren eigenen Bösewicht, auch wenn der eher nach verzogenem Praktikanten als nach Richard III. riecht. Sollte die Berufung scheitern, könnte Marius immerhin eine neue Modekollektion entwerfen: Gestreifte Pyjamas mit dem Wappen des Hauses Glücksburg. Es ist beruhigend zu wissen, dass im Norden selbst das blaue Blut im Zweifelsfall durch eine ganz normale Urinprobe ersetzt wird. Einziger Wermutstropfen für die Krone: Ein Gefängnisaufenthalt ist immerhin die einzige Form der Isolation, bei der man nicht durch die ständige Präsenz von neugierigen Touristen in Gore-Tex-Jacken gestört wird.

15.06.2026, 16:01 · Ausgabe Nr. 28

Original Nachricht

Der Sohn von Norwegens Kronprinzessin soll für vier Jahre hinter Gitter. Ein Gericht verurteilte Marius Borg Høiby für zwei Vergewaltigungen nach norwegischem Recht. Gegen das Urteil kann noch Berufung eingelegt werden.

Quelle: tagesschau.de