
Wettergott El Niño befördert zum Chief Operating Officer der Apokalypse
Die Weltmeteorologieorganisation WMO hat endlich den einzigen Mitarbeiter identifiziert, der im globalen Burnout-Szenario noch Überstunden leistet: El Niño. Während die Menschheit weiterhin so tut, als sei die Erderwärmung lediglich eine etwas zu ambitionierte Fußbodenheizung, übernimmt das pazifische Phänomen nun das operative Geschäft der totalen Entgrenzung. Die WMO warnt vor Hitzewellen, die so intensiv sind, dass selbst Olaf Scholz kurzzeitig eine Regung zeigen könnte. Es ist die endgültige Professionalisierung des Klimas: Wo früher ein einfacher Regenschauer reichte, liefert El Niño heute das Premium-Paket für alle, denen ein gewöhnlicher Sonnenbrand zu volkstümlich ist. Dass die Zunahme der Wetterkapriolen direkt mit unserem kollektiven Wunsch korreliert, auch im Dezember noch Erdbeeren aus beheizten Zelten zu fressen, wird von der WMO diskret verschwiegen. Stattdessen präsentiert man uns das Wetterphänomen als eine Art marodierenden Rockstar, der ohne Gagenforderung die Weltbühne zerlegt. Die einzige offene Frage bleibt, ob wir die kommende Glut-Zeit als Chance begreifen, endlich die Heizkostenabrechnung der Vonovia zu unterwandern, oder ob wir einfach kollektiv zu Staub zerfallen, während Christian Lindner die Hitzewelle als Technologie-offene Klimaanlage der unsichtbaren Hand des Marktes verkauft. Am Ende des Tages bleibt die Erkenntnis, dass El Niño der einzige Akteur auf diesem Planeten ist, der seine gesteckten Ziele nicht nur erreicht, sondern mit einer thermostatischen Präzision übererfüllt, die selbst einen deutschen Finanzbeamten vor Neid erblassen lässt.