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Wenn Friedrich Heinemann von einem Paket spricht, das hilft, klingt das in etwa so überzeugend wie ein Astrologe, der die Zukunft aus Kaffeesatz und Insolvenzanträgen liest. Der Ökonom vom ZEW hat nun die undankbare Aufgabe übernommen, den Trümmerhaufen der schwarz-roten Reformbemühungen als glanzvolles Comeback der sozialen Marktwirtschaft zu verkaufen. Das beschlossene Konjunkturhäppchen erinnert dabei weniger an einen kraftvollen Defibrillator, sondern eher an den Versuch, einen abgestürzten Airbus durch das kräftige Pusten in die Bordküchenventilatoren wieder in die Luft zu befördern. Während die Koalitionärsgremien sich gegenseitig für ihre Fähigkeit feiern, Papier mit Tinte zu benetzen, fragen sich Experten, ob das Paket tatsächlich die Wirtschaft ankurbelt oder lediglich den Herstellern von Beruhigungstees Rekordumsätze beschert. Die angekündigten Entlastungen sind so homöopathisch dosiert, dass selbst ein Globuli-Fanatiker sie für eine Frechheit halten würde, da man die fiskalische Wirkung vermutlich erst nach dem dritten Jahrtausend im Mikroskop nachweisen kann. Heinemanns Analyse ist dabei das intellektuelle Äquivalent zu dem Versuch, ein brennendes Haus mit einer Wasserpistole zu löschen, während man dem Besitzer gratuliert, dass er nun immerhin keine Probleme mehr mit trockener Luft im Wohnzimmer hat. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass diese Reformen für den Wirtschaftsstandort Deutschland genau das sind, was ein Kaugummi für ein amputiertes Bein ist: Man hat zwar etwas zu kauen, aber vorwärts kommt man trotzdem nicht einen Zentimeter.
Wirtschaft

Placebo-Wachstum: Ökonom feiert Reformpaket als homöopathische Reanimation der deutschen Industrieleiche

Wenn Friedrich Heinemann von einem Paket spricht, das hilft, klingt das in etwa so überzeugend wie ein Astrologe, der die Zukunft aus Kaffeesatz und Insolvenzanträgen liest. Der Ökonom vom ZEW hat nun die undankbare Aufgabe übernommen, den Trümmerhaufen der schwarz-roten Reformbemühungen als glanzvolles Comeback der sozialen Marktwirtschaft zu verkaufen. Das beschlossene Konjunkturhäppchen erinnert dabei weniger an einen kraftvollen Defibrillator, sondern eher an den Versuch, einen abgestürzten Airbus durch das kräftige Pusten in die Bordküchenventilatoren wieder in die Luft zu befördern. Während die Koalitionärsgremien sich gegenseitig für ihre Fähigkeit feiern, Papier mit Tinte zu benetzen, fragen sich Experten, ob das Paket tatsächlich die Wirtschaft ankurbelt oder lediglich den Herstellern von Beruhigungstees Rekordumsätze beschert. Die angekündigten Entlastungen sind so homöopathisch dosiert, dass selbst ein Globuli-Fanatiker sie für eine Frechheit halten würde, da man die fiskalische Wirkung vermutlich erst nach dem dritten Jahrtausend im Mikroskop nachweisen kann. Heinemanns Analyse ist dabei das intellektuelle Äquivalent zu dem Versuch, ein brennendes Haus mit einer Wasserpistole zu löschen, während man dem Besitzer gratuliert, dass er nun immerhin keine Probleme mehr mit trockener Luft im Wohnzimmer hat. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass diese Reformen für den Wirtschaftsstandort Deutschland genau das sind, was ein Kaugummi für ein amputiertes Bein ist: Man hat zwar etwas zu kauen, aber vorwärts kommt man trotzdem nicht einen Zentimeter.

04.07.2026, 07:00 · Ausgabe Nr. 292

Original Nachricht

Bringen die angekündigten Reformen der schwarz-roten Koalition tatsächlich die Wirtschaft wieder in Schwung? Der Ökonom Friedrich Heinemann erwartet einen positiven Effekt - sieht aber auch problematische Punkte.

Quelle: tagesschau.de