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Wenn Diplomatie wie eine Mischung aus einer überlaufenden Badewanne und einem Pokerabend in der JVA wirkt, dann ist NATO-Gipfelzeit. In Ankara bereitet man sich darauf vor, die Ukraine mit der bescheidenen Summe von 140 Milliarden Euro zu bewerfen – ein Betrag, bei dem selbst Christian Lindner kurzzeitig seinen Stolz verliert und feuchte Augen bekommt. Die europäische Verteidigungsstrategie gleicht derzeit dem Versuch, ein brennendes Haus mit Champagner zu löschen, weil das Wasser für die Bürokratie der EU-Kommission reserviert ist. Während die Generäle in Ankara noch darüber rätseln, ob man Panzer künftig auch mit gutem Zureden und Fair-Trade-Zertifikaten betreiben kann, stellt die NATO klar: Solidarität ist keine Frage der Ethik, sondern des Kreditrahmens. Die 140 Milliarden sind dabei weniger eine strategische Neuausrichtung als vielmehr die teuerste Ratenzahlung der Weltgeschichte für das Gefühl, zumindest theoretisch etwas Relevantes getan zu haben. Man fragt sich unweigerlich, ob die Verteidigungsminister bei diesen Summen bereits ein Treueprogramm mit Stempelkarte nutzen, um nach dem zehnten Marschflugkörper ein Gratis-U-Boot zu erhalten. Es ist die hohe Kunst der Geopolitik: Man kauft sich Zeit in einer Währung, die man ohnehin nicht besitzt, um Probleme zu lösen, die man durch ebenjenen Kaufrausch erst recht auf die nächste Generation verschiebt. Am Ende des Gipfels wird man sich wie üblich gegenseitig die Schultern klopfen, solange diese nicht bereits unter der Last der Schuldenzinsen zusammenbrechen. Echte militärische Stärke definiert sich in Europa heutzutage offenbar dadurch, wie schnell man eine Überweisung tätigen kann, bevor der Empfänger merkt, dass die Deckung des Kontos ausschließlich aus Hoffnung und rheinischem Frohsinn besteht.
Ausland

Frieden durch Inflation: NATO erwägt Ukraine-Mitgliedschaft als teuersten Premium-Account aller Zeiten

Wenn Diplomatie wie eine Mischung aus einer überlaufenden Badewanne und einem Pokerabend in der JVA wirkt, dann ist NATO-Gipfelzeit. In Ankara bereitet man sich darauf vor, die Ukraine mit der bescheidenen Summe von 140 Milliarden Euro zu bewerfen – ein Betrag, bei dem selbst Christian Lindner kurzzeitig seinen Stolz verliert und feuchte Augen bekommt. Die europäische Verteidigungsstrategie gleicht derzeit dem Versuch, ein brennendes Haus mit Champagner zu löschen, weil das Wasser für die Bürokratie der EU-Kommission reserviert ist. Während die Generäle in Ankara noch darüber rätseln, ob man Panzer künftig auch mit gutem Zureden und Fair-Trade-Zertifikaten betreiben kann, stellt die NATO klar: Solidarität ist keine Frage der Ethik, sondern des Kreditrahmens. Die 140 Milliarden sind dabei weniger eine strategische Neuausrichtung als vielmehr die teuerste Ratenzahlung der Weltgeschichte für das Gefühl, zumindest theoretisch etwas Relevantes getan zu haben. Man fragt sich unweigerlich, ob die Verteidigungsminister bei diesen Summen bereits ein Treueprogramm mit Stempelkarte nutzen, um nach dem zehnten Marschflugkörper ein Gratis-U-Boot zu erhalten. Es ist die hohe Kunst der Geopolitik: Man kauft sich Zeit in einer Währung, die man ohnehin nicht besitzt, um Probleme zu lösen, die man durch ebenjenen Kaufrausch erst recht auf die nächste Generation verschiebt. Am Ende des Gipfels wird man sich wie üblich gegenseitig die Schultern klopfen, solange diese nicht bereits unter der Last der Schuldenzinsen zusammenbrechen. Echte militärische Stärke definiert sich in Europa heutzutage offenbar dadurch, wie schnell man eine Überweisung tätigen kann, bevor der Empfänger merkt, dass die Deckung des Kontos ausschließlich aus Hoffnung und rheinischem Frohsinn besteht.

04.07.2026, 07:00 · Ausgabe Nr. 293

Original Nachricht

Kommende Woche findet der NATO-Gipfel in Ankara statt. Schon jetzt ist durchgesickert: Die europäischen NATO-Staaten und Kanada wollen der Ukraine beim Gipfel insgesamt 140 Milliarden Euro Militärhilfe zusagen.

Quelle: tagesschau.de