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Bei Mercedes-Benz herrscht helle Aufregung, da die Konzernführung um Ola Källenius offenbar die kühne Vision verfolgt, dass Automobile nicht allein durch die Kraft des prestigeträchtigen Sterns am Grill, sondern durch tatsächliche menschliche Anwesenheit entstehen. Die geplante Anhebung der Arbeitszeit von 35 auf 40 Stunden wird in den Stammwerken wie eine archaische Form der Galeerenstrafe rezipiert. Die Belegschaft, die sich bisher im Glauben wähnte, das schwäbische Bruttoinlandsprodukt ließe sich allein durch wehmütiges Starren auf die S-Klasse und ausgedehnte Vesperpausen erwirtschaften, sieht sich nun mit der grausamen Realität konfrontiert, dass eine Vollzeitwoche tatsächlich fünf Tage hat. Es ist ein bizarrer Anachronismus: Während Silicon Valley über die Vier-Tage-Woche bei vollem Yoga-Ausgleich schwadroniert, versucht Stuttgart den technologischen Rückstand gegenüber China offenbar dadurch wettzumachen, dass man Ingenieure fünf Stunden länger pro Woche in fensterlosen Büros einsperrt, bis sie vor lauter Erschöpfung freiwillig autonomes Fahren entwickeln. Källenius scheint darauf zu setzen, dass die zusätzliche Zeit ausreicht, um die Spaltmaße des Untergangs der deutschen Automobilindustrie doch noch manuell zu korrigieren. Die Gewerkschaften wittern derweil den finalen Bruch mit der Zivilisation. Man fragt sich, wann Mercedes den nächsten Schritt geht und die Kantinen auf Hafergrütze umstellt, um die Rendite für jene Aktionäre zu sichern, die bereits vergessen haben, wie man ein Lenkrad ohne Chauffeur bedient. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Ein Stern, der deinen Namen trägt, ist schön, aber ein Stern, der dir die Freizeit stiehlt, ist schlichtweg ein feindlicher Übergriff auf das heilige Recht auf pünktlichen Feierabend-Rostbraten.
Wirtschaft

Zwangsarbeit im Windkanal: Mercedes-Mitarbeiter proben den Aufstand gegen die 40-Stunden-Existenzangst

Bei Mercedes-Benz herrscht helle Aufregung, da die Konzernführung um Ola Källenius offenbar die kühne Vision verfolgt, dass Automobile nicht allein durch die Kraft des prestigeträchtigen Sterns am Grill, sondern durch tatsächliche menschliche Anwesenheit entstehen. Die geplante Anhebung der Arbeitszeit von 35 auf 40 Stunden wird in den Stammwerken wie eine archaische Form der Galeerenstrafe rezipiert. Die Belegschaft, die sich bisher im Glauben wähnte, das schwäbische Bruttoinlandsprodukt ließe sich allein durch wehmütiges Starren auf die S-Klasse und ausgedehnte Vesperpausen erwirtschaften, sieht sich nun mit der grausamen Realität konfrontiert, dass eine Vollzeitwoche tatsächlich fünf Tage hat. Es ist ein bizarrer Anachronismus: Während Silicon Valley über die Vier-Tage-Woche bei vollem Yoga-Ausgleich schwadroniert, versucht Stuttgart den technologischen Rückstand gegenüber China offenbar dadurch wettzumachen, dass man Ingenieure fünf Stunden länger pro Woche in fensterlosen Büros einsperrt, bis sie vor lauter Erschöpfung freiwillig autonomes Fahren entwickeln. Källenius scheint darauf zu setzen, dass die zusätzliche Zeit ausreicht, um die Spaltmaße des Untergangs der deutschen Automobilindustrie doch noch manuell zu korrigieren. Die Gewerkschaften wittern derweil den finalen Bruch mit der Zivilisation. Man fragt sich, wann Mercedes den nächsten Schritt geht und die Kantinen auf Hafergrütze umstellt, um die Rendite für jene Aktionäre zu sichern, die bereits vergessen haben, wie man ein Lenkrad ohne Chauffeur bedient. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Ein Stern, der deinen Namen trägt, ist schön, aber ein Stern, der dir die Freizeit stiehlt, ist schlichtweg ein feindlicher Übergriff auf das heilige Recht auf pünktlichen Feierabend-Rostbraten.

04.07.2026, 10:00 · Ausgabe Nr. 296

Original Nachricht

Bei Mercedes-Benz haben Beschäftigte mehrerer Werke gegen Sparpläne der Konzernspitze protestiert. Die Kundgebungen richten sich vor allem gegen den Plan, die Arbeitszeit von 35 auf 40 Stunden pro Woche zu verlängern.

Quelle: tagesschau.de