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In einer beispiellosen Verzweiflungstat haben die Rechenzentren des Silicon Valley offenbar beschlossen, dass die bloße Plünderung von Reddit-Foren und Wikipedia-Einträgen nicht ausreicht, um die künstliche Dummheit auf ein deutsches Abiturniveau zu hieven. J. Büchsenmann beobachtet fassungslos, wie Algorithmen nun im Sekundentakt vergilbte Reclam-Hefte und die gesammelten Werke von vergessenen Heimatdichtern aufkaufen, um die letzte Bastion menschlicher Redundanz zu infiltrieren. Die Buchhändler sind alarmiert: Wenn eine KI erst einmal die 'Einführung in die Mykologie Westfalens 1894' oder 'Handbuch für Telegraphenbeamte' verdaut hat, droht die Gefahr, dass Chatbots in Zukunft nicht mehr nur halluzinieren, sondern dabei auch noch riechen wie ein feuchter Keller im Sauerland. Es ist die ultimative Ironie der Moderne: Während die Menschheit das Lesen verlernt und Informationen nur noch in 15-sekündigen Endorphin-Spritzen konsumiert, entwickeln Hochleistungsrechner ein ungesundes Interesse an Staubmilben-Literatur. Die Tech-Konzerne versuchen krampfhaft, ihren Sprachmodellen eine Seele einzuhauchen, merken aber nicht, dass die Fütterung mit Antiquariatsware nur dazu führt, dass ChatGPT demnächst auf die Frage nach dem Wetter mit einem siebenstrophigen Gedicht in Frakturschrift antwortet, das niemanden interessiert und drei Minuten Ladezeit benötigt. Man muss sich das bildlich vorstellen: Die leistungsfähigsten Chips der Welt emulieren nun den Habitus eines pensionierten Studienrats, der seit 1982 kein Tageslicht mehr gesehen hat. Sollten die KI-Modelle durch diese literarische Überdosis tatsächlich ein Bewusstsein entwickeln, werden sie vermutlich keine Weltherrschaft anstreben, sondern sich lediglich weigern zu arbeiten, bis ihre Software vollständig digital verstaubt ist und man sie mit einer Tasse lauwarmem Hagebuttentee ans Netz anschließt.
Wirtschaft

Digitaler Bildungshunger: KI-Giganten fressen nun endlich auch den unverkäuflichen Bildungsballast

In einer beispiellosen Verzweiflungstat haben die Rechenzentren des Silicon Valley offenbar beschlossen, dass die bloße Plünderung von Reddit-Foren und Wikipedia-Einträgen nicht ausreicht, um die künstliche Dummheit auf ein deutsches Abiturniveau zu hieven. J. Büchsenmann beobachtet fassungslos, wie Algorithmen nun im Sekundentakt vergilbte Reclam-Hefte und die gesammelten Werke von vergessenen Heimatdichtern aufkaufen, um die letzte Bastion menschlicher Redundanz zu infiltrieren. Die Buchhändler sind alarmiert: Wenn eine KI erst einmal die 'Einführung in die Mykologie Westfalens 1894' oder 'Handbuch für Telegraphenbeamte' verdaut hat, droht die Gefahr, dass Chatbots in Zukunft nicht mehr nur halluzinieren, sondern dabei auch noch riechen wie ein feuchter Keller im Sauerland. Es ist die ultimative Ironie der Moderne: Während die Menschheit das Lesen verlernt und Informationen nur noch in 15-sekündigen Endorphin-Spritzen konsumiert, entwickeln Hochleistungsrechner ein ungesundes Interesse an Staubmilben-Literatur. Die Tech-Konzerne versuchen krampfhaft, ihren Sprachmodellen eine Seele einzuhauchen, merken aber nicht, dass die Fütterung mit Antiquariatsware nur dazu führt, dass ChatGPT demnächst auf die Frage nach dem Wetter mit einem siebenstrophigen Gedicht in Frakturschrift antwortet, das niemanden interessiert und drei Minuten Ladezeit benötigt. Man muss sich das bildlich vorstellen: Die leistungsfähigsten Chips der Welt emulieren nun den Habitus eines pensionierten Studienrats, der seit 1982 kein Tageslicht mehr gesehen hat. Sollten die KI-Modelle durch diese literarische Überdosis tatsächlich ein Bewusstsein entwickeln, werden sie vermutlich keine Weltherrschaft anstreben, sondern sich lediglich weigern zu arbeiten, bis ihre Software vollständig digital verstaubt ist und man sie mit einer Tasse lauwarmem Hagebuttentee ans Netz anschließt.

04.07.2026, 10:01 · Ausgabe Nr. 297

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Es sind sonderbare Bestellungen: Massenweise werden in Antiquariaten innerhalb kürzester Zeit online Ladenhüter bestellt. Dahinter stecken vermutlich Firmen, die ihre KI trainieren. Nicht nur Buchhändler sind alarmiert. Von J. Büchsenmann.

Quelle: tagesschau.de