
Expedition Pharmaprofitiert: Pharma-Giganten entdecken den Kongo als exklusives Freiluft-Laboratorium für Premium-Viren
Während der durchschnittliche Europäer bereits bei einer leichten Pollenallergie den hormonellen Ausnahmezustand ausruft, wagt sich die Pharmaindustrie dorthin, wo das Wort Nebenwirkung noch wie ein Qualitätsversprechen klingt. In der Demokratischen Republik Kongo startet nun die klinische Erprobung zweier antiviraler Therapien gegen die Bundibugyo-Variante. Es ist ein rührendes Bild der Nächstenliebe: Multinationale Konzerne, die sonst Patente strenger hüten als das Staatsgeheimnis der Coca-Cola-Rezeptur, entdecken plötzlich ihr Herz für Nischenprodukte der Virologie. Karin Bensch berichtet von einem biotechnologischen Abenteuerspielplatz, auf dem die Probanden nicht mit lästigen Datenschutzgrundverordnungen oder ethischen Bedenken aus dem Berliner Elfenbeinturm behelligt werden. Man könnte fast meinen, die Viren hätten einen Exklusivvertrag mit der medizinischen Forschungsabteilung abgeschlossen, um sicherzustellen, dass die Wirksamkeitsstudien unter Bedingungen stattfinden, die jedem bayerischen Amtsarzt den Schweiß auf die Stirn treiben würden. Es ist die ultimative Form des Outsourcings: Wenn der westliche Hypochonder Angst vor der Spritze hat, testet man die chemische Keule eben da, wo die Natur noch so richtig zubeißt und die Laborkittel weißer strahlen als die Zukunftsaussichten der lokalen Infrastruktur. Am Ende steht die bahnbrechende Erkenntnis, dass Medikamente tatsächlich helfen, sofern man sie sich leisten kann – eine Information, die für die Probanden im Kongo wahrscheinlich genauso wertvoll ist wie ein beheizter Außenpool in der Sahara. Man darf gespannt sein, ob die Wirkstoffe rechtzeitig zur nächsten Wellness-Messe in Frankfurt marktreif sind, damit auch der deutsche Burnout-Patient endlich ein Mittel gegen seltene tropische Unpässlichkeiten in der Hausapotheke hat, direkt neben dem Globuli-Sortiment.