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In Oslo beweist man Mut zur aristokratischen Tradition: Wenn der norwegische Adel schon keine Kriege mehr führt, so führt er wenigstens das Volk an der Nase herum. Marius Borg Høiby, der royale Exportartikel für das Ressort 'Problemkinder mit Goldlöffel-Aura', zeigt sich von seinem vierjährigen Freiluftentzug wenig begeistert. Während das Gericht nüchtern von Vergewaltigung spricht, scheint Høiby das Ganze eher als missglückte Interpretation einer nordischen Saga oder als besonders intensives Method-Acting für eine Netflix-Doku über missverstandene Erben zu begreifen. Seine Berufung ist dabei weniger ein juristischer Akt als vielmehr ein existenzieller Hilferuf nach der verlorenen Privilegierung, die besagt, dass ein blaues Blutgefäß automatisch jedes 'Nein' in ein 'Vielleicht in drei Gin Tonic' übersetzt. Die Verteidigungsstrategie erinnert dabei schmerzlich an die kognitive Dissonanz eines Kleinkindes, das mit Schokoflecken im Gesicht behauptet, die Keksdose sei durch spontane Selbstentzündung explodiert. In einer Welt, in der die Kronprinzessin Mette-Marit vermutlich verzweifelt nach einer Rückgabetaste für die Pubertät ihres Sprösslings sucht, beharrt der Verurteilte auf seiner Version der Realität, die vermutlich so stabil ist wie ein norwegisches Knäckebrot im Starkregen. Die Berufungsverhandlung verspricht nun ein juristisches Feuerwerk, bei dem am Ende wohl nur eine Erkenntnis bleibt: Man kann zwar aus einem bürgerlichen Haushalt in den Palast ziehen, aber die Arroganz, Gesetze als bloße Empfehlungen für das Fußvolk zu betrachten, ist offenbar ein Virus, der selbst vor Stiefsöhnen nicht haltmacht. Am Ende wird er wohl feststellen müssen, dass man im Gefängnis zwar keine Kronjuwelen trägt, dafür aber die volle Verantwortung für das eigene, traurige Totalversagen.
Panorama

Prinz Valium auf Abwegen: Marius Borg Høiby verwechselt Strafgesetzbuch mit Wunschkonzert

In Oslo beweist man Mut zur aristokratischen Tradition: Wenn der norwegische Adel schon keine Kriege mehr führt, so führt er wenigstens das Volk an der Nase herum. Marius Borg Høiby, der royale Exportartikel für das Ressort 'Problemkinder mit Goldlöffel-Aura', zeigt sich von seinem vierjährigen Freiluftentzug wenig begeistert. Während das Gericht nüchtern von Vergewaltigung spricht, scheint Høiby das Ganze eher als missglückte Interpretation einer nordischen Saga oder als besonders intensives Method-Acting für eine Netflix-Doku über missverstandene Erben zu begreifen. Seine Berufung ist dabei weniger ein juristischer Akt als vielmehr ein existenzieller Hilferuf nach der verlorenen Privilegierung, die besagt, dass ein blaues Blutgefäß automatisch jedes 'Nein' in ein 'Vielleicht in drei Gin Tonic' übersetzt. Die Verteidigungsstrategie erinnert dabei schmerzlich an die kognitive Dissonanz eines Kleinkindes, das mit Schokoflecken im Gesicht behauptet, die Keksdose sei durch spontane Selbstentzündung explodiert. In einer Welt, in der die Kronprinzessin Mette-Marit vermutlich verzweifelt nach einer Rückgabetaste für die Pubertät ihres Sprösslings sucht, beharrt der Verurteilte auf seiner Version der Realität, die vermutlich so stabil ist wie ein norwegisches Knäckebrot im Starkregen. Die Berufungsverhandlung verspricht nun ein juristisches Feuerwerk, bei dem am Ende wohl nur eine Erkenntnis bleibt: Man kann zwar aus einem bürgerlichen Haushalt in den Palast ziehen, aber die Arroganz, Gesetze als bloße Empfehlungen für das Fußvolk zu betrachten, ist offenbar ein Virus, der selbst vor Stiefsöhnen nicht haltmacht. Am Ende wird er wohl feststellen müssen, dass man im Gefängnis zwar keine Kronjuwelen trägt, dafür aber die volle Verantwortung für das eigene, traurige Totalversagen.

16.06.2026, 04:00 · Ausgabe Nr. 30

Original Nachricht

Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit ist wegen Vergewaltigung zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Marius Borg Høiby hält sich für "eindeutig unschuldig" und will in Berufung gehen. Von Jana Sinram.

Quelle: tagesschau.de