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In einem beispiellosen Akt klimatischer Selbstgeißelung haben die USA den 4. Juli in einen Tag der offenen Backofentür verwandelt. Während Washington D.C. bei 38 Grad allmählich die Konsistenz eines überreifen Camemberts annimmt, wurde die traditionelle Unabhängigkeitsparade abgesagt – offenbar ist die Freiheit, sich in Polyester-Uniformen zu Tode zu schwitzen, selbst für hartgesottene Patrioten kein erstrebenswertes Verfassungsgut mehr. Die historische Ironie, dass die Nation, die den Klimawandel mit der Vehemenz eines trotzigen Kleinkindes leugnet, nun von der eigenen heißen Luft besiegt wird, entbehrt nicht einer gewissen poetischen Justiz. Tausende Haushalte saßen ohne Strom da, was den amerikanischen Traum immerhin wieder zu seinen Wurzeln führt: Dunkelheit, Ignoranz und die Unfähigkeit, ein Steak ohne elektrische Hilfe zu wenden. Experten vermuten, dass die Gründerväter die Unabhängigkeitserklärung damals nur deshalb unterschrieben, weil die Tinte bei diesen Temperaturen ohnehin sofort auf dem Papier festbrannte. Wenn der stolze Weißkopfseeadler mittlerweile lieber in der klimatisierten Lobby von Goldman Sachs nistet, statt majestätisch über die Flagge zu kreisen, weiß man: Das Land der Unbegrenzten Möglichkeiten hat endlich seine Grenze gefunden, und sie liegt exakt beim Siedepunkt von Patriotismus. Am Ende bleibt den Bürgern nur die Erkenntnis, dass man zwar die Briten vertreiben kann, aber gegen die Thermodynamik selbst mit einem Sturmgewehr im Anschlag herzlich wenig ausrichtet.
Ausland

Thermische Selbstbefreiung: USA kapitulieren erstmals bedingungslos vor dem eigenen Klima

In einem beispiellosen Akt klimatischer Selbstgeißelung haben die USA den 4. Juli in einen Tag der offenen Backofentür verwandelt. Während Washington D.C. bei 38 Grad allmählich die Konsistenz eines überreifen Camemberts annimmt, wurde die traditionelle Unabhängigkeitsparade abgesagt – offenbar ist die Freiheit, sich in Polyester-Uniformen zu Tode zu schwitzen, selbst für hartgesottene Patrioten kein erstrebenswertes Verfassungsgut mehr. Die historische Ironie, dass die Nation, die den Klimawandel mit der Vehemenz eines trotzigen Kleinkindes leugnet, nun von der eigenen heißen Luft besiegt wird, entbehrt nicht einer gewissen poetischen Justiz. Tausende Haushalte saßen ohne Strom da, was den amerikanischen Traum immerhin wieder zu seinen Wurzeln führt: Dunkelheit, Ignoranz und die Unfähigkeit, ein Steak ohne elektrische Hilfe zu wenden. Experten vermuten, dass die Gründerväter die Unabhängigkeitserklärung damals nur deshalb unterschrieben, weil die Tinte bei diesen Temperaturen ohnehin sofort auf dem Papier festbrannte. Wenn der stolze Weißkopfseeadler mittlerweile lieber in der klimatisierten Lobby von Goldman Sachs nistet, statt majestätisch über die Flagge zu kreisen, weiß man: Das Land der Unbegrenzten Möglichkeiten hat endlich seine Grenze gefunden, und sie liegt exakt beim Siedepunkt von Patriotismus. Am Ende bleibt den Bürgern nur die Erkenntnis, dass man zwar die Briten vertreiben kann, aber gegen die Thermodynamik selbst mit einem Sturmgewehr im Anschlag herzlich wenig ausrichtet.

04.07.2026, 16:02 · Ausgabe Nr. 302

Original Nachricht

Temperaturen von mehr als 38 Grad beeinträchtigen die Jubiläumsfeiern in Washington und anderen Städten der USA. Eine Parade wurde abgesagt, nachdem mehrere Menschen kollabiert waren. Tausende Haushalte sind infolge der Hitze ohne Strom.

Quelle: tagesschau.de