
Gebrauchtwagenhändler trifft Verzweiflungstäter: Trump bietet Selenskyj Friedensvertrag mit 0 Prozent Finanzierung
Wenn der amtierende Immobilienmakler im Weißen Haus und der ehemalige Unterhaltungskünstler aus Kyjiw aufeinandertreffen, ist das kein Gipfel, sondern eine feindliche Übernahme der Realität durch das Teleshopping. Donald Trump, dessen diplomatisches Verständnis in etwa der Tiefgründigkeit eines Medium-Rare-Steaks mit Ketchup entspricht, lädt zum großen NATO-Basar. Man darf sich den US-Präsidenten vorstellen, wie er Wolodymyr Selenskyj zunächst die Lackierung seines Landes madig macht, um dann mit dem Charme eines halbseidenen Drückerkönigs einen Frieden anzubieten, der eigentlich nur aus einer Ratenzahlung für New Yorker Penthouse-Suiten besteht. Selenskyj hingegen, längst zum Weltmeister im professionellen Schauen von traurigen Augen avanciert, muss nun versuchen, einem Mann Dankbarkeit vorzuheucheln, der die NATO für einen Golfclub hält, bei dem die Mitgliedsbeträge zur Renovierung der Umkleidekabinen nicht gezahlt wurden. Es ist die ultimative Schnittmenge des Absurden: Ein Mann, der denkt, die Ukraine sei ein Vorort von Mar-a-Lago, verhandelt mit einem Mann, dessen Hauptexportgut aktuell die Hoffnung auf eine Munitionslieferung ist, die nicht aus Konfetti besteht. Trump wird den Krieg vermutlich beenden, indem er Wladimir Putin einfach die Namensrechte an der Krim für eine neue Linie von vergoldeten Turnschuhen abkauft. Am Ende des Gesprächs wird Selenskyj wahrscheinlich feststellen, dass er zwar keinen Donbass mehr hat, dafür aber stolzer Besitzer einer lebenslangen Mitgliedschaft in Trumps Casino-Ruinen in Atlantic City ist. Diplomatische Finesse sieht anders aus, aber für einen schmierigen Werbespot zur Prime Time reicht es allemal.