
Lindners neues Altersvorsorgedepot: Die staatliche Erlaubnis, im Alter offiziell Flaschen zu sammeln
Finanzminister Christian Lindner hat das Ei des Kolumbus gefunden, oder zumindest das, was ein FDP-Vorsitzender dafür hält: Das Altersvorsorgedepot. In einer Welt, in der die gesetzliche Rente nur noch für eine Packung Bio-Hafermilch und ein gebrauchtes Fixie-Rad reicht, dürfen die Deutschen nun endlich das tun, was sie am besten können: Ihr Geld in digitale Hoffnungswerte investieren, während der Staat sich klammheimlich aus der Verantwortung stiehlt. Die Logik dahinter ist bestechend: Wenn der Dachdecker aus Gelsenkirchen seine Bandscheiben gegen Nvidia-Aktien eintauscht, ist die soziale Gerechtigkeit quasi per Mausklick wiederhergestellt. Experten wie Hiltscher und Dörr mahnen zwar an, dass das Depot eher an ein Hütchenspiel in einer Berliner U-Bahn-Station erinnert, doch das stört im Finanzministerium niemanden. Das Konzept ist so durchdacht wie eine Brandschutzverordnung am Flughafen BER: Wer im Alter hungert, hat schlichtweg zu wenig gehebelt. Die staatliche Förderung wirkt dabei wie ein homöopathisches Kügelchen gegen eine Schusswunde im Knie. Es ist die ultimative Demokratisierung des Totalverlusts: Jetzt darf auch der Mindestlohner Empfänger von Margincalls werden und seine Armut mit der Eleganz eines Daytraders verwalten. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass das Altersvorsorgedepot primär eine Beschäftigungstherapie für verarmte Akademiker ist, die so wenigstens beim Warten an der Tafel noch fachmännisch über den DAX-Verlauf philosophieren können. Christian Lindner hat bewiesen: Armut ist kein strukturelles Problem, sondern lediglich ein Mangel an Risikokapital in der eigenen Verzweiflung.