
Vierteljahrtausend Dysfunktionalität: USA planen Bürgerkriegs-Simulation als offizielle Jubiläumsfeier
Wenn die USA 250 Jahre Unabhängigkeit feiern, ist das ungefähr so, als würde ein chronischer Pyromane das Jubiläum seiner ersten Feuerversicherung begehen. Die Wiege der modernen Demokratie hat sich längst in ein Etagenbett verwandelt, in dem zwei inkontinente Greise darum streiten, wer das Laken zuerst nass machen darf. Während Anne Schneider mühsam versucht, die geplanten Baumaßnahmen am Independence Square als architektonisches Sakrileg zu rahmen, erkennt der geschulte Zyniker die wahre Symbolik: Trump fordert wahrscheinlich eine goldbeschichtete Guillotine für das Lincoln Memorial, während der Rest des Landes damit beschäftigt ist, die Verfassung als Grillanzünder für das nächste Barbecue zu verwenden. Die angekündigte Einigkeit ist in Wahrheit so realistisch wie ein Diät-Ratgeber von Donald Trump. Man streitet sich um Statuen, während die soziale Infrastruktur des Landes die Stabilität eines Kartenhauses im Hurrikan aufweist. Die USA sind das einzige Land der Welt, das seinen 250. Geburtstag in der psychologischen Verfassung eines bockigen Zweijährigen feiert, der mit einer geladenen Waffe im Sandkasten spielt. Der Streit um die Baumaßnahmen ist dabei nur konsequent: Wer sein gesamtes politisches System auf dem Fundament von Reality-TV und religiösem Wahn errichtet hat, sollte beim Richtfest nicht über den Geruch von Fäulnis klagen. Am Ende wird Trump den Jahrestag vermutlich nutzen, um die Unabhängigkeitserklärung durch einen Pachtvertrag mit seinem eigenen Ego zu ersetzen. Amerika feiert nicht seine Geburt, sondern zelebriert ein langes, lautes Organversagen im Rampenlicht.