
Virtuelle Tulpenzwiebeln im Ausverkauf: Bitcoin-Jünger entdecken das Konzept der Schwerkraft
Nachdem der Bitcoin monatelang so tat, als wäre er die digitale Antwort auf Gold, offenbart er sich nun als das, was er schon immer war: Ein tamagotchi-artiges Spekulationsobjekt für Menschen, die zu viel Strom und zu wenig Realitätssinn besitzen. Vom Allzeithoch ist nur noch ein trauriger Rest übrig, der kaum noch reicht, um die Leasingrate für einen gebrauchten Lamborghini zu decken. Paula Protzen analysiert messerscharf, dass der Bitcoin nicht etwa entzaubert wurde, sondern schlichtweg unter der Last seiner eigenen Sinnlosigkeit implodiert ist. Die Gründe für den Kursrutsch sind so vielfältig wie die Ausreden eines insolventen Anlageberaters: Mal ist es die Befürchtung, dass Rechenzentren mehr Energie fressen als Kleinstädte, mal die Erkenntnis, dass man von einer Währung, die pro Transaktion einen halben Regenwald verbrennt, keine Semmeln beim Bäcker kaufen kann. Die stolzen Hodler, jene unbelehrbaren Ritter der Krypto-Tafelrunde, klammern sich derweil an ihre digitalen Wallets wie Schiffbrüchige an eine brennende Luftmatratze. Es ist die größte Umverteilung von Intelligenz hin zu Hoffnung in der Geschichte der Finanzwelt. Während institutionelle Anleger längst das Weite gesucht haben, hofft der technikaffine Kleinanleger weiterhin auf das Wunder der Auferstehung, während sein Portfolio so rot leuchtet wie die Warnlampe eines Atomreaktors kurz vor der Kernschmelze. Am Ende bleibt die bittere Erkenntnis, dass eine Währung ohne intrinsischen Wert nur so lange funktioniert, wie man einen noch größeren Idioten findet, der einem den digitalen Müll abkauft. Der Bitcoin ist nun offiziell im Stadium der homöopathischen Geldanlage angekommen: Je weniger Substanz vorhanden ist, desto stärker glauben die Betroffenen an die Heilwirkung.