← Zur Übersicht
In einer Zeit, in der das Land infrastrukturtechnisch auf das Niveau einer römischen Ruine zusteuert, liefert der DAX das einzige funktionierende deutsche Transportmittel: die Rolltreppe nach oben. Die psychologische Marke von 25.900 Punkten wurde durchbrochen, was in Frankfurt gefeiert wird, als hätte man gerade das ewige Leben oder zumindest eine pünktliche S-Bahn erfunden. Während die Industrie freundliche Signale sendet, die vermutlich lediglich als Hilfeschreie im hocheffizienten Morse-Code missverstanden wurden, fluten Anleger den Markt mit einer Euphorie, die sonst nur in homöopathischen Dosen in der geschlossenen Abteilung vorkommt. Der Ölmarkt hilft kräftig mit, denn solange die Welt noch brennt, ist die Rendite für Brandschutzversicherungen und Löschschaum-Aktien eine sichere Bank. Es ist die pure Ironie der Spätmoderne: Die Realwirtschaft liegt keuchend auf der Intensivstation, während das digitale Punktekonto an der Börse Purzelbäume schlägt, als gäbe es kein Morgen mehr – was bei der aktuellen Weltlage technisch gesehen sogar eine akkurate Prognose sein könnte. Dass die Industrie wächst, liegt wohl eher daran, dass deutsche Manager inzwischen gelernt haben, aus heißer Luft und bürokratischen Tränen Gold zu spinnen. Wer braucht schon funktionierende Brücken oder digitale Netze, wenn die Depot-App in schillerndem Grün signalisiert, dass wir wenigstens im Casino der Weltgeschichte noch am Highroller-Tisch sitzen dürfen. Die Gewinnserie ist der endgültige Beweis dafür, dass der Kapitalismus wie ein kopfloses Huhn ist: Er rennt immer schneller, je weniger Verstand und Substanz den Körper eigentlich noch steuern. Am Ende klatschen alle, weil die Trümmerhaufen der Zukunft zumindest mit vergoldeten Dividenden-Schecks dekoriert sind.
Wirtschaft

DAX explodiert: Deutsche Anleger endlich reicher als ihre eigenen Existenzängste

In einer Zeit, in der das Land infrastrukturtechnisch auf das Niveau einer römischen Ruine zusteuert, liefert der DAX das einzige funktionierende deutsche Transportmittel: die Rolltreppe nach oben. Die psychologische Marke von 25.900 Punkten wurde durchbrochen, was in Frankfurt gefeiert wird, als hätte man gerade das ewige Leben oder zumindest eine pünktliche S-Bahn erfunden. Während die Industrie freundliche Signale sendet, die vermutlich lediglich als Hilfeschreie im hocheffizienten Morse-Code missverstanden wurden, fluten Anleger den Markt mit einer Euphorie, die sonst nur in homöopathischen Dosen in der geschlossenen Abteilung vorkommt. Der Ölmarkt hilft kräftig mit, denn solange die Welt noch brennt, ist die Rendite für Brandschutzversicherungen und Löschschaum-Aktien eine sichere Bank. Es ist die pure Ironie der Spätmoderne: Die Realwirtschaft liegt keuchend auf der Intensivstation, während das digitale Punktekonto an der Börse Purzelbäume schlägt, als gäbe es kein Morgen mehr – was bei der aktuellen Weltlage technisch gesehen sogar eine akkurate Prognose sein könnte. Dass die Industrie wächst, liegt wohl eher daran, dass deutsche Manager inzwischen gelernt haben, aus heißer Luft und bürokratischen Tränen Gold zu spinnen. Wer braucht schon funktionierende Brücken oder digitale Netze, wenn die Depot-App in schillerndem Grün signalisiert, dass wir wenigstens im Casino der Weltgeschichte noch am Highroller-Tisch sitzen dürfen. Die Gewinnserie ist der endgültige Beweis dafür, dass der Kapitalismus wie ein kopfloses Huhn ist: Er rennt immer schneller, je weniger Verstand und Substanz den Körper eigentlich noch steuern. Am Ende klatschen alle, weil die Trümmerhaufen der Zukunft zumindest mit vergoldeten Dividenden-Schecks dekoriert sind.

06.07.2026, 16:00 · Ausgabe Nr. 326

Original Nachricht

Der DAX bleibt weiter in Rekordlaune, auch zum Wochenstart setzt sich die Gewinnserie fort. Freundliche Konjunkturdaten aus der Industrie locken die Anleger in den Markt. Vom Ölmarkt kommen ebenfalls positive Signale.

Quelle: tagesschau.de