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Während das Silicon Valley bereits darüber nachdenkt, das menschliche Bewusstsein in die Cloud hochzuladen, diskutiert man in deutschen Amtsstuben noch darüber, ob ein KI-Rechenzentrum das Paarungsverhalten des gemeinen Feldhamsters oder die Mittagsruhe im angrenzenden Schrebergarten stören könnte. Der Podcast 11KM beleuchtet nun das nationale Trauerspiel, in dem Deutschland seine digitale Souveränität mit der gleichen Leidenschaft verteidigt, mit der ein Achtzigjähriger seinen reservierten Sitzplatz im Regionalexpress gegen eine Schulklasse verteidigt. Dass der Ausbau stockt, liegt keineswegs an mangelndem Intellekt, sondern an der heiligen deutschen Bürokratie-Trinität: Brandschutzverordnung, Denkmalschutz und die Angst vor elektromagnetischen Wellen, die eventuell die homöopathische Potenz des lokalen Leitungswassers beeinträchtigen könnten. Während China Rechenzentren in der Größe von Kleinstädten aus dem Boden stampft, bittet die Bundesregierung die Algorithmen vermutlich noch um eine beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde und einen Nachweis über die korrekte Mülltrennung im Serverraum. Es ist die logische Fortführung einer Tradition, in der das Faxgerät immer noch als die sicherste Verschlüsselungshungerform gilt und Glasfaser für viele Kommunalpolitiker klingt wie ein neumodisches Frühstücksmüsli. Wenn wir so weitermachen, wird die erste deutsche Künstliche Intelligenz nicht die Weltherrschaft anstreben, sondern sich nach drei Millisekunden Laufzeit entnervt in den vorzeitigen Ruhestand versetzen lassen, weil das Formular für die Baugenehmigung des nächsten Grafikprozessors nur per Postzustellungsurkunde eingereicht werden darf. Am Ende des Tages wird Deutschland die Zukunft nicht verspielen, sondern schlichtweg wegen eines Formfehlers nicht zur Weltmeisterschaft der Innovation zugelassen werden.
Wirtschaft

Datenautobahn mit Schlaglöchern: Deutschland plant KI-Rechenzentren vorzugsweise im analogen Nirgendwo

Während das Silicon Valley bereits darüber nachdenkt, das menschliche Bewusstsein in die Cloud hochzuladen, diskutiert man in deutschen Amtsstuben noch darüber, ob ein KI-Rechenzentrum das Paarungsverhalten des gemeinen Feldhamsters oder die Mittagsruhe im angrenzenden Schrebergarten stören könnte. Der Podcast 11KM beleuchtet nun das nationale Trauerspiel, in dem Deutschland seine digitale Souveränität mit der gleichen Leidenschaft verteidigt, mit der ein Achtzigjähriger seinen reservierten Sitzplatz im Regionalexpress gegen eine Schulklasse verteidigt. Dass der Ausbau stockt, liegt keineswegs an mangelndem Intellekt, sondern an der heiligen deutschen Bürokratie-Trinität: Brandschutzverordnung, Denkmalschutz und die Angst vor elektromagnetischen Wellen, die eventuell die homöopathische Potenz des lokalen Leitungswassers beeinträchtigen könnten. Während China Rechenzentren in der Größe von Kleinstädten aus dem Boden stampft, bittet die Bundesregierung die Algorithmen vermutlich noch um eine beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde und einen Nachweis über die korrekte Mülltrennung im Serverraum. Es ist die logische Fortführung einer Tradition, in der das Faxgerät immer noch als die sicherste Verschlüsselungshungerform gilt und Glasfaser für viele Kommunalpolitiker klingt wie ein neumodisches Frühstücksmüsli. Wenn wir so weitermachen, wird die erste deutsche Künstliche Intelligenz nicht die Weltherrschaft anstreben, sondern sich nach drei Millisekunden Laufzeit entnervt in den vorzeitigen Ruhestand versetzen lassen, weil das Formular für die Baugenehmigung des nächsten Grafikprozessors nur per Postzustellungsurkunde eingereicht werden darf. Am Ende des Tages wird Deutschland die Zukunft nicht verspielen, sondern schlichtweg wegen eines Formfehlers nicht zur Weltmeisterschaft der Innovation zugelassen werden.

16.06.2026, 07:00 · Ausgabe Nr. 33

Original Nachricht

Rechenzentren für Künstliche Intelligenz gelten als Zukunftsinvestition. 11KM über die Frage, warum der Ausbau in Deutschland trotzdem stockt und was das für Folgen haben wird.

Quelle: tagesschau.de