
Abtauchen statt Aufholen: Deutschland exportiert einzige funktionierende Infrastrukturkomponente unter den Meeresspiegel
Ein Wunder geschieht an der Kieler Förde: Während die Deutsche Bahn bereits an der logistischen Herausforderung scheitert, eine Weiche ohne dreiwöchiges Krisenmanagement zu stellen, verspricht Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) den Kanadiern die totale Unsichtbarkeit. Kanada hat Milliarden in die Hand genommen, um U-Boote in Kiel zu bestellen – vermutlich, damit die künftigen Besatzungen der Peinlichkeit entgehen, von der Oberfläche aus zusehen zu müssen, wie Schmelzwasser das eigene Land flutet. Es ist der größte Auftrag der Unternehmensgeschichte, was in Deutschland traditionell bedeutet, dass die Pünktlichkeit der Auslieferung in geologischen Zeiträumen gemessen wird. Während das Verteidigungsministerium noch darüber rätselt, ob man die Torpedoschächte auch als Pfandflaschen-Rückgabestationen für das soziale Jahr nutzen kann, feiert die Kieler Werft den Exportschlager. Es ist die ultimative deutsche Ironie: Wir bauen Schiffe, die man absichtlich versenkt, weil wir mit denen, die oben bleiben sollen, spätestens an der nächsten Elbvertiefung oder einer maroden Schleuse scheitern würden. Dass ausgerechnet das Land des Ahornsirups nun auf deutsche Wertarbeit setzt, zeugt von einem grenzenlosen Vertrauen in eine Nation, deren einziger anderer nennenswerter Exportartikel derzeit die schlechte Laune ist. Wenn das Projekt so verläuft wie der Berliner Flughafen, wird das erste Boot pünktlich zur Entdeckung des Mars in See stechen – allerdings nur, wenn bis dahin jemand gefunden wurde, der die Faxgeräte an Bord bedienen kann. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Deutschland ist weltspitze darin, Dinge zu bauen, die am besten funktionieren, wenn man sie niemals wiedersieht.