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In der bizarren Parallelwelt der Parkett-Hengste gilt das eherne Gesetz, dass Erfolg die hässlichste Form des Scheiterns ist. Samsung Electronics hat das Kunststück vollbracht, die Kassen so massiv mit Chip-Gewinnen zu fluten, dass die Frankfurter und New Yorker Zahlen-Gourmets kollektiv das Monokel in den Champagner fallen ließen. Ein Rekordgewinn? Wie gewöhnlich. Wer lediglich liefert, was versprochen wurde, hat in der Logik der algorithmischen Hochfrequenz-Hysterie bereits verloren. Die Aktie stürzt ab, weil die Gier der Anleger mittlerweile eine Sättigungsgrenze erreicht hat, die normalerweise nur bei römischen Kaisern kurz vor dem Erbrechen auftrat. Es ist die algorithmische Form der Bulimie: Man frisst die fantastischen Quartalszahlen in sich hinein, nur um sie unmittelbar danach in Form von Verkaufsorders wieder auf den Teppich der Realwirtschaft zu speien. Claudia Wehrle beobachtet dieses Schauspiel mit der stoischen Ruhe einer Pathologin. Während der Konzern im Geld schwimmt, weinen die Broker, weil die Kurve des unendlichen Wachstums nicht steil genug ist, um die Gesetze der Physik und des gesunden Menschenverstandes endgültig zu sprengen. Man bestraft Samsung für seine Kompetenz wie einen Musterschüler, dem man die Pausenbrote klaut, weil er beim Diktat keine Fehler gemacht hat. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass der moderne Kapitalismus erst dann zufrieden ist, wenn ein Unternehmen aus dem Nichts einen Gewinn erwirtschaftet, der das Bruttoinlandsprodukt des Mars übersteigt, während die Mitarbeiter gleichzeitig von Lichtnahrung leben. Wenn das so weitergeht, wird Samsung wohl demnächst Insolvenz anmelden müssen, um den Aktienkurs durch eine ‚mutige Umstrukturierung‘ endlich wieder in die Stratosphäre zu treiben.
Wirtschaft

Mathe-Genie Börse: Warum Samsung-Milliarden für Aktionäre eigentlich eine Beleidigung sind

In der bizarren Parallelwelt der Parkett-Hengste gilt das eherne Gesetz, dass Erfolg die hässlichste Form des Scheiterns ist. Samsung Electronics hat das Kunststück vollbracht, die Kassen so massiv mit Chip-Gewinnen zu fluten, dass die Frankfurter und New Yorker Zahlen-Gourmets kollektiv das Monokel in den Champagner fallen ließen. Ein Rekordgewinn? Wie gewöhnlich. Wer lediglich liefert, was versprochen wurde, hat in der Logik der algorithmischen Hochfrequenz-Hysterie bereits verloren. Die Aktie stürzt ab, weil die Gier der Anleger mittlerweile eine Sättigungsgrenze erreicht hat, die normalerweise nur bei römischen Kaisern kurz vor dem Erbrechen auftrat. Es ist die algorithmische Form der Bulimie: Man frisst die fantastischen Quartalszahlen in sich hinein, nur um sie unmittelbar danach in Form von Verkaufsorders wieder auf den Teppich der Realwirtschaft zu speien. Claudia Wehrle beobachtet dieses Schauspiel mit der stoischen Ruhe einer Pathologin. Während der Konzern im Geld schwimmt, weinen die Broker, weil die Kurve des unendlichen Wachstums nicht steil genug ist, um die Gesetze der Physik und des gesunden Menschenverstandes endgültig zu sprengen. Man bestraft Samsung für seine Kompetenz wie einen Musterschüler, dem man die Pausenbrote klaut, weil er beim Diktat keine Fehler gemacht hat. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass der moderne Kapitalismus erst dann zufrieden ist, wenn ein Unternehmen aus dem Nichts einen Gewinn erwirtschaftet, der das Bruttoinlandsprodukt des Mars übersteigt, während die Mitarbeiter gleichzeitig von Lichtnahrung leben. Wenn das so weitergeht, wird Samsung wohl demnächst Insolvenz anmelden müssen, um den Aktienkurs durch eine ‚mutige Umstrukturierung‘ endlich wieder in die Stratosphäre zu treiben.

07.07.2026, 13:01 · Ausgabe Nr. 338

Original Nachricht

Dass Technologiekonzerne wie Samsung Electronics angesichts der enormen Chip-Nachfrage aktuell Rekordgewinne verbuchen, ist keine große Überraschung. Überraschend ist die Reaktion an der Börse. Von Claudia Wehrle.

Quelle: tagesschau.de