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In einem beispiellosen Akt transatlantischer Disziplinierung hat der AfD-Bundesvorstand beschlossen, dass ein gewisser Geschaeftsmann kuenftig weder die Schnittchen auf Parteitagen schmieren noch die ideologische Fernsteuerung bedienen darf. Laut Recherchen von WDR, NDR und SZ scheint die Partei endlich eine Grenze gefunden zu haben, die sogar fuer ihre Verhaeltnisse zu schmutzig ist – was in etwa so wirkt, als wuerde eine Kanalratte den Verzehr eines abgelaufenen Camemberts aus hygienischen Gruenden verweigern. Die offizielle Begruendung klingt natuerlich nach staatsmaennischer Weitsicht, doch in Wahrheit hat man wohl schlicht Angst, dass der externe Einfluessnehmer das Profil der Partei derart schaerfen koennte, dass man sich beim naechsten Gruppenfoto versehentlich selbst die Maske vom Gesicht reisst. Es ist die klassische AfD-Tragoedie: Man sehnt sich nach dem starken Mann im Hintergrund, ist aber beleidigt, wenn dieser tatsaechlich versucht, die Marionettenfaeden zu entwirren, anstatt sie nur dekorativ zu verknoten. Dass ausgerechnet eine Partei, die sonst jede demokratische Institution als korruptes Kartell beschimpft, nun interne Saeuberungsaktionen gegen Strippenzieher faehrt, ist an Ironie kaum zu ueberbieten. Offenbar gilt im blauen Elfenbeinturm nun das Motto: Wir lassen uns nicht von finsteren Maechten steuern, das kriegen wir mit unserem eigenen Wahnsinn auch ganz ohne professionelle Hilfe hin. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass der AfD-Vorstand den Berater wohl deshalb aussperrt, weil er zu viel ueber die Statik von Glashaeusern weiss, waehrend die Parteispitze bereits die ersten Pflastersteine poliert.
Inland

Selbsterhaltungstrieb oder Versehen: AfD-Vorstand verbietet Berater den Zugriff auf die Fernbedienung

In einem beispiellosen Akt transatlantischer Disziplinierung hat der AfD-Bundesvorstand beschlossen, dass ein gewisser Geschaeftsmann kuenftig weder die Schnittchen auf Parteitagen schmieren noch die ideologische Fernsteuerung bedienen darf. Laut Recherchen von WDR, NDR und SZ scheint die Partei endlich eine Grenze gefunden zu haben, die sogar fuer ihre Verhaeltnisse zu schmutzig ist – was in etwa so wirkt, als wuerde eine Kanalratte den Verzehr eines abgelaufenen Camemberts aus hygienischen Gruenden verweigern. Die offizielle Begruendung klingt natuerlich nach staatsmaennischer Weitsicht, doch in Wahrheit hat man wohl schlicht Angst, dass der externe Einfluessnehmer das Profil der Partei derart schaerfen koennte, dass man sich beim naechsten Gruppenfoto versehentlich selbst die Maske vom Gesicht reisst. Es ist die klassische AfD-Tragoedie: Man sehnt sich nach dem starken Mann im Hintergrund, ist aber beleidigt, wenn dieser tatsaechlich versucht, die Marionettenfaeden zu entwirren, anstatt sie nur dekorativ zu verknoten. Dass ausgerechnet eine Partei, die sonst jede demokratische Institution als korruptes Kartell beschimpft, nun interne Saeuberungsaktionen gegen Strippenzieher faehrt, ist an Ironie kaum zu ueberbieten. Offenbar gilt im blauen Elfenbeinturm nun das Motto: Wir lassen uns nicht von finsteren Maechten steuern, das kriegen wir mit unserem eigenen Wahnsinn auch ganz ohne professionelle Hilfe hin. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass der AfD-Vorstand den Berater wohl deshalb aussperrt, weil er zu viel ueber die Statik von Glashaeusern weiss, waehrend die Parteispitze bereits die ersten Pflastersteine poliert.

16.06.2026, 07:02 · Ausgabe Nr. 34

Original Nachricht

Der AfD-Bundesvorstand greift in die Auseinandersetzung um den Einfluss eines Geschäftsmannes innerhalb der Partei ein. Laut WDR, NDR und SZ beschloss der Vorstand, dass er weder an Parteiveranstaltungen teilnehmen noch sie mitorganisieren darf.

Quelle: tagesschau.de