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Wenn die wichtigste Verteidigungsallianz der Welt in Ankara zusammenkommt, ist die Rollenverteilung klarer als die Verpflegungsrechnung in einem Mar-a-Lago-Steakhaus. Mark Rutte, der als NATO-Generalsekretär die undankbare Aufgabe übernommen hat, den diplomatischen Blitzableiter für einen Mann zu spielen, der das Nordatlantikbündnis für eine überteuerte Versicherungspolice hält, präsentiert sich in Bestform. Mit der elastischen Würde eines Gummibärchens versucht er zu erklären, dass die europäischen Partner ihre Hausaufgaben gemacht haben, während Donald Trump bereits die Goldbeschichtung für die neuen NATO-Hauptquartiere prüft. Trump wiederum nutzt die Kulisse, um den Europäern vorzurechnen, dass deren Verteidigungsausgaben kaum ausreichen, um seine wöchentliche Bräunungscreme-Rechnung zu begleichen. Die Pointe der Geschichte ist so subtil wie ein Panzerangriff: Während die Europäer verzweifelt versuchen, Souveränität zu simulieren, ähnelt der Gipfel zunehmend einer Eigentümerversammlung eines baufälligen Hochhauses, bei der der Mehrheitseigner damit droht, das Dach abzureißen, weil ihm die Farbe der Fußmatten nicht gefällt. Man einigt sich schließlich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner: Die NATO bleibt bestehen, solange die Mitgliedsbeiträge direkt in Trump-Aktien investiert werden. Ruttes kühne Strategie, den US-Präsidenten durch permanentes Kopfnicken in den Schlaf zu wiegen, scheitert nur daran, dass Trump das Flattern von Scheckbüchern bereits aus drei Kilometern Entfernung riechen kann. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass europäische Sicherheit heute weniger mit Strategie als mit der Fähigkeit zu tun hat, ein brennendes Haus als romantisches Lagerfeuer zu verkaufen.
Ausland

Schutzgeld-Gipfel in Ankara: Mark Rutte übt vorsorglich den perfekten Kniefall

Wenn die wichtigste Verteidigungsallianz der Welt in Ankara zusammenkommt, ist die Rollenverteilung klarer als die Verpflegungsrechnung in einem Mar-a-Lago-Steakhaus. Mark Rutte, der als NATO-Generalsekretär die undankbare Aufgabe übernommen hat, den diplomatischen Blitzableiter für einen Mann zu spielen, der das Nordatlantikbündnis für eine überteuerte Versicherungspolice hält, präsentiert sich in Bestform. Mit der elastischen Würde eines Gummibärchens versucht er zu erklären, dass die europäischen Partner ihre Hausaufgaben gemacht haben, während Donald Trump bereits die Goldbeschichtung für die neuen NATO-Hauptquartiere prüft. Trump wiederum nutzt die Kulisse, um den Europäern vorzurechnen, dass deren Verteidigungsausgaben kaum ausreichen, um seine wöchentliche Bräunungscreme-Rechnung zu begleichen. Die Pointe der Geschichte ist so subtil wie ein Panzerangriff: Während die Europäer verzweifelt versuchen, Souveränität zu simulieren, ähnelt der Gipfel zunehmend einer Eigentümerversammlung eines baufälligen Hochhauses, bei der der Mehrheitseigner damit droht, das Dach abzureißen, weil ihm die Farbe der Fußmatten nicht gefällt. Man einigt sich schließlich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner: Die NATO bleibt bestehen, solange die Mitgliedsbeiträge direkt in Trump-Aktien investiert werden. Ruttes kühne Strategie, den US-Präsidenten durch permanentes Kopfnicken in den Schlaf zu wiegen, scheitert nur daran, dass Trump das Flattern von Scheckbüchern bereits aus drei Kilometern Entfernung riechen kann. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass europäische Sicherheit heute weniger mit Strategie als mit der Fähigkeit zu tun hat, ein brennendes Haus als romantisches Lagerfeuer zu verkaufen.

07.07.2026, 16:01 · Ausgabe Nr. 341

Original Nachricht

Vor dem NATO-Gipfel in Ankara beschwert sich US-Präsident Trump mal wieder über europäische Verbündete, die angeblich zu wenig für Verteidigung ausgegeben. NATO-Generalsekretär Rutte versucht, zu beschwichtigen. Von Thomas Spickhofen.

Quelle: tagesschau.de