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In Bangkok hat man endlich begriffen, dass die Evolution der Logistik nicht bei schwimmenden Containern endet, sondern beim klassischen Stau auf festem Boden. Um die Straße von Malakka zu entlasten, plant die thailändische Regierung ein Landbrücken-Projekt, das so ambitioniert ist, dass selbst Berliner Flughafenplaner vor Neid in ihre Bauhelme weinen würden. Die Idee ist bestechend simpel: Man nehme Milliarden Tonnen Fracht, hievt sie auf einen Lkw, fährt sie ein paar hundert Kilometer durch den Dschungel und lädt sie am anderen Ende wieder auf ein Schiff. Das ist ungefähr so effizient, wie eine Lebertransplantation mit einem Besteckset von IKEA durchzuführen, klingt aber in Powerpoint-Präsentationen fantastisch. Während Umweltschützer noch über die Gefährdung seltener Käferarten lamentieren, die ohnehin keiner kennt, freuen sich Logistiker weltweit auf die Möglichkeit, ihre Waren nun endlich in einem tropischen Nadelöhr feststecken zu sehen, statt im maritimen Original. Es ist der ultimative Triumph des thailändischen Pragmatismus: Wenn das Meer zu voll ist, verlegen wir den globalen Kapitalismus eben auf die Landstraße, wo er hingehört. Kritiker behaupten, das Projekt diene nur dazu, den weltweit größten Drive-in für Frachter-Kapitäne zu errichten, doch das ist natürlich böswillige Unterstellung. Am Ende wird Thailand das einzige Land der Welt sein, das den Begriff Transitland so wörtlich nimmt, dass die Kapitäne wahrscheinlich noch während der Fahrt eine Fußmassage durch das geöffnete Fenster gebucht bekommen. Wer braucht schon freien Seeweg, wenn er ein thailändisches Überholverbot für Containerschiffe haben kann.
Wirtschaft

Thailand baut Abkürzung: Wenn der Welthandel zur thailändischen Autobahnraststätte mutiert

In Bangkok hat man endlich begriffen, dass die Evolution der Logistik nicht bei schwimmenden Containern endet, sondern beim klassischen Stau auf festem Boden. Um die Straße von Malakka zu entlasten, plant die thailändische Regierung ein Landbrücken-Projekt, das so ambitioniert ist, dass selbst Berliner Flughafenplaner vor Neid in ihre Bauhelme weinen würden. Die Idee ist bestechend simpel: Man nehme Milliarden Tonnen Fracht, hievt sie auf einen Lkw, fährt sie ein paar hundert Kilometer durch den Dschungel und lädt sie am anderen Ende wieder auf ein Schiff. Das ist ungefähr so effizient, wie eine Lebertransplantation mit einem Besteckset von IKEA durchzuführen, klingt aber in Powerpoint-Präsentationen fantastisch. Während Umweltschützer noch über die Gefährdung seltener Käferarten lamentieren, die ohnehin keiner kennt, freuen sich Logistiker weltweit auf die Möglichkeit, ihre Waren nun endlich in einem tropischen Nadelöhr feststecken zu sehen, statt im maritimen Original. Es ist der ultimative Triumph des thailändischen Pragmatismus: Wenn das Meer zu voll ist, verlegen wir den globalen Kapitalismus eben auf die Landstraße, wo er hingehört. Kritiker behaupten, das Projekt diene nur dazu, den weltweit größten Drive-in für Frachter-Kapitäne zu errichten, doch das ist natürlich böswillige Unterstellung. Am Ende wird Thailand das einzige Land der Welt sein, das den Begriff Transitland so wörtlich nimmt, dass die Kapitäne wahrscheinlich noch während der Fahrt eine Fußmassage durch das geöffnete Fenster gebucht bekommen. Wer braucht schon freien Seeweg, wenn er ein thailändisches Überholverbot für Containerschiffe haben kann.

07.07.2026, 16:01 · Ausgabe Nr. 342

Original Nachricht

Die Straße von Malakka in Südostasien ist von großer Bedeutung für die globale Wirtschaft. Thailand verfolgt schon länger ein gewaltiges Bauprojekt, um die Meerenge zu umgehen. Doch gegen den Plan gibt es Widerstand. Von Ines Burckhardt.

Quelle: tagesschau.de