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Endlich hat Olaf Scholz eine Verwendung für seine kommunikative Kernkompetenz gefunden: Er verkauft sie als Rüstungsgut. Der geplante U-Boot-Deal mit Kanada ist der bisher größte Erfolg der Bundesregierung im Bereich der geräuschlosen Fortbewegung. Dass ein Land, das flächenmäßig fast nur aus Elchen und Ahornsirup-Reservoirs besteht, plötzlich hunderte Meter unter dem Meeresspiegel patrouillieren will, ist die konsequente Fortführung kanadischer Höflichkeit: Man möchte den Klimawandel und das Schmelzen der Arktis so diskret beobachten, dass nicht einmal die Robben merken, wie ihnen der Boden unter den Flossen wegtaut. TKMS liefert dabei jene deutsche Wertarbeit, die wir im Inland schmerzlich vermissen: Technik, die tatsächlich funktioniert – solange sie nur weit genug weg von der Deutschen Bahn und dem Berliner Flughafen eingesetzt wird. Scholz pries den Deal mit einer Begeisterung an, die man sonst nur von Schlaftabletten-Vertretern auf einer Beerdigung kennt. Es ist die perfekte Symbiose: Deutschland liefert die Boote, die man nicht sieht, und Scholz liefert die Antworten, die man nicht hört. In Toronto hofft man nun inständig, dass die deutschen Ingenieure bei der Konstruktion weniger auf die Berateraffären des Verteidigungsministeriums und mehr auf die physikalischen Gesetze des Auftriebs vertraut haben. Bleibt zu hoffen, dass die kanadische Marine die Schiffe nicht per Fax anfordern muss, sonst wird die Arktis eher zum subtropischen Badeparadies, bevor die erste Luke schließt. Am Ende ist dieser Deal vor allem ein Signal an die Welt: Deutschland kann zwar keine Digitalisierung, aber wir bauen immerhin die besten Verstecke für Leute, die vor der Realität abtauchen wollen.
Wirtschaft

Expansionskurs für Schleichfahrt: TKMS exportiert deutsches Schweigen nun auch unter kanadisches Eis

Endlich hat Olaf Scholz eine Verwendung für seine kommunikative Kernkompetenz gefunden: Er verkauft sie als Rüstungsgut. Der geplante U-Boot-Deal mit Kanada ist der bisher größte Erfolg der Bundesregierung im Bereich der geräuschlosen Fortbewegung. Dass ein Land, das flächenmäßig fast nur aus Elchen und Ahornsirup-Reservoirs besteht, plötzlich hunderte Meter unter dem Meeresspiegel patrouillieren will, ist die konsequente Fortführung kanadischer Höflichkeit: Man möchte den Klimawandel und das Schmelzen der Arktis so diskret beobachten, dass nicht einmal die Robben merken, wie ihnen der Boden unter den Flossen wegtaut. TKMS liefert dabei jene deutsche Wertarbeit, die wir im Inland schmerzlich vermissen: Technik, die tatsächlich funktioniert – solange sie nur weit genug weg von der Deutschen Bahn und dem Berliner Flughafen eingesetzt wird. Scholz pries den Deal mit einer Begeisterung an, die man sonst nur von Schlaftabletten-Vertretern auf einer Beerdigung kennt. Es ist die perfekte Symbiose: Deutschland liefert die Boote, die man nicht sieht, und Scholz liefert die Antworten, die man nicht hört. In Toronto hofft man nun inständig, dass die deutschen Ingenieure bei der Konstruktion weniger auf die Berateraffären des Verteidigungsministeriums und mehr auf die physikalischen Gesetze des Auftriebs vertraut haben. Bleibt zu hoffen, dass die kanadische Marine die Schiffe nicht per Fax anfordern muss, sonst wird die Arktis eher zum subtropischen Badeparadies, bevor die erste Luke schließt. Am Ende ist dieser Deal vor allem ein Signal an die Welt: Deutschland kann zwar keine Digitalisierung, aber wir bauen immerhin die besten Verstecke für Leute, die vor der Realität abtauchen wollen.

08.07.2026, 04:00 · Ausgabe Nr. 343

Original Nachricht

Der Kanzler spricht von einem der größten Rüstungsaufträge in der Geschichte der Bundesrepublik: Kanada will U-Boote beim deutschen Hersteller TKMS bauen lassen. Ein Deal mit strategischer Bedeutung. Von C. Nagel und C. Buckenmaier.

Quelle: tagesschau.de