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In einer Zeit, in der die deutsche Industrie so marode wirkt wie eine durchschnittliche Regionalbahn-Toilette, rettet uns nun der digitale Größenwahn. Über 3.000 Start-ups schossen zuletzt wie Pilze aus dem fruchtbaren Boden staatlicher Subventionsversprechen, jedes dritte davon mit dem obligatorischen KI-Etikett. Das Geschäftsmodell ist so simpel wie genial: Man nehme eine herkömmliche Excel-Tabelle, nenne sie eine lernfähige Entität und warte darauf, dass Wagniskapitalgeber mit der Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfisches ihr Geld in den virtuellen Schredder werfen. Besonders imposant präsentiert sich ein Münchener Kernfusions-Start-up, das nun eine Milliardenbewertung erreicht hat. Während man im Rest des Landes noch an der Digitalisierung des Faxgeräts scheitert, simulieren bayerische BWL-Absolventen bereits die Energieversorgung der Sonne in einer Garage in Garching. Es ist die ultimative Form der modernen Alchemie: Man verwandelt heiße Luft und bunte Powerpoint-Folien in das Gold der Anleger, ohne jemals das lästige Problem der physikalischen Machbarkeit lösen zu müssen. Die KI übernimmt dabei den wichtigsten Part, indem sie überzeugende Ausreden generiert, warum die Marktreife leider erst im Jahr 2084 erfolgt. Deutschland beweist damit eindrucksvoll, dass man keine echte Wirtschaftsleistung benötigt, solange man genug Algorithmen besitzt, die dem Insolvenzverwalter das Blaue vom Himmel vorlügen können. Wer braucht schon eine funktionierende Infrastruktur, wenn man eine künstliche Intelligenz hat, die einem zumindest virtuell das Gefühl gibt, nicht völlig den Anschluss an die Zivilisation verloren zu haben. Am Ende werden wir zwar im Dunkeln sitzen, aber die App, die uns das erklärt, wird eine fantastische User-Experience bieten.
Wirtschaft

Algorithmen statt Arbeitskraft: Deutschland gründet sich mit Halluzinationen aus der Rezession

In einer Zeit, in der die deutsche Industrie so marode wirkt wie eine durchschnittliche Regionalbahn-Toilette, rettet uns nun der digitale Größenwahn. Über 3.000 Start-ups schossen zuletzt wie Pilze aus dem fruchtbaren Boden staatlicher Subventionsversprechen, jedes dritte davon mit dem obligatorischen KI-Etikett. Das Geschäftsmodell ist so simpel wie genial: Man nehme eine herkömmliche Excel-Tabelle, nenne sie eine lernfähige Entität und warte darauf, dass Wagniskapitalgeber mit der Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfisches ihr Geld in den virtuellen Schredder werfen. Besonders imposant präsentiert sich ein Münchener Kernfusions-Start-up, das nun eine Milliardenbewertung erreicht hat. Während man im Rest des Landes noch an der Digitalisierung des Faxgeräts scheitert, simulieren bayerische BWL-Absolventen bereits die Energieversorgung der Sonne in einer Garage in Garching. Es ist die ultimative Form der modernen Alchemie: Man verwandelt heiße Luft und bunte Powerpoint-Folien in das Gold der Anleger, ohne jemals das lästige Problem der physikalischen Machbarkeit lösen zu müssen. Die KI übernimmt dabei den wichtigsten Part, indem sie überzeugende Ausreden generiert, warum die Marktreife leider erst im Jahr 2084 erfolgt. Deutschland beweist damit eindrucksvoll, dass man keine echte Wirtschaftsleistung benötigt, solange man genug Algorithmen besitzt, die dem Insolvenzverwalter das Blaue vom Himmel vorlügen können. Wer braucht schon eine funktionierende Infrastruktur, wenn man eine künstliche Intelligenz hat, die einem zumindest virtuell das Gefühl gibt, nicht völlig den Anschluss an die Zivilisation verloren zu haben. Am Ende werden wir zwar im Dunkeln sitzen, aber die App, die uns das erklärt, wird eine fantastische User-Experience bieten.

08.07.2026, 04:02 · Ausgabe Nr. 345

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In Deutschland wurden zuletzt mehr als 3.000 Start-ups gegründet - ein neuer Rekord. Jede dritte neue Firma hat dabei einen KI-Bezug. Ein Kernfusions-Start-up aus München erreichte nun eine Milliardenbewertung.

Quelle: tagesschau.de