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Es ist die wohl größte Tragödie für den deutschen Fiskus seit der Erfindung der Cum-Ex-Geschäfte: Ein Whistleblower-Leak enthüllt, dass rund 120 Online-Casinos deutsche Glücksritter um ihr Erspartes bringen, ohne dabei das obligatorische Schutzgeld an Vater Staat abzuführen. Während die offizielle Glücksspielbehörde der Länder üblicherweise sicherstellt, dass die Privatinsolvenz eines Bürgers wenigstens ordnungsgemäß versteuert wird, operiert dieser dubiose Geschäftsmann völlig am Gemeinwohl vorbei. Das Netzwerk nutzt dabei eine perfide psychologische Masche: Es suggeriert Gewinnchancen, die nur geringfügig unrealistischer sind als das Rentenversprechen der Bundesregierung. Die Investigativ-Spezialisten Meyer-Fünffinger, Streule und Zierer haben dieses Kartenhaus aus Zypern-Servern und Briefkastenfirmen nun enttarnt. Man muss es fast bewundern: Ein einziger Schattenmann schafft es, die deutsche Bürokratie so alt aussehen zu lassen, als wäre sie ein Faxgerät in einer Digitalisierungsbehörde. Besonders pikant ist die Tatsache, dass diese Anbieter auf Lizenzen verzichten, während man in Deutschland ohne dreifachen Brandschutznachweis nicht einmal eine Kniffel-Runde im Seniorenheim eröffnen darf. Die Politik zeigt sich erschüttert, schließlich geht es hier nicht um den Schutz süchtiger Kleingeister, sondern um die schiere Unverfrorenheit, Menschen pleitegehen zu lassen, ohne dass Christian Lindner davon eine neue Autobahnbrücke bauen kann. Am Ende bleibt die bittere Erkenntnis für jeden deutschen Spieler: Wer im illegalen Online-Casino verliert, ist ein Opfer krimineller Machenschaften; wer im staatlich lizenzierten Casino Haus und Hof verspielt, leistet hingegen einen wertvollen Beitrag zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der kommunalen Schlaglochflickerei.
Investigativ

Staat trauert: Illegale Casinos hinterziehen Steuergelder, die beim legalen Ruinieren fehlen

Es ist die wohl größte Tragödie für den deutschen Fiskus seit der Erfindung der Cum-Ex-Geschäfte: Ein Whistleblower-Leak enthüllt, dass rund 120 Online-Casinos deutsche Glücksritter um ihr Erspartes bringen, ohne dabei das obligatorische Schutzgeld an Vater Staat abzuführen. Während die offizielle Glücksspielbehörde der Länder üblicherweise sicherstellt, dass die Privatinsolvenz eines Bürgers wenigstens ordnungsgemäß versteuert wird, operiert dieser dubiose Geschäftsmann völlig am Gemeinwohl vorbei. Das Netzwerk nutzt dabei eine perfide psychologische Masche: Es suggeriert Gewinnchancen, die nur geringfügig unrealistischer sind als das Rentenversprechen der Bundesregierung. Die Investigativ-Spezialisten Meyer-Fünffinger, Streule und Zierer haben dieses Kartenhaus aus Zypern-Servern und Briefkastenfirmen nun enttarnt. Man muss es fast bewundern: Ein einziger Schattenmann schafft es, die deutsche Bürokratie so alt aussehen zu lassen, als wäre sie ein Faxgerät in einer Digitalisierungsbehörde. Besonders pikant ist die Tatsache, dass diese Anbieter auf Lizenzen verzichten, während man in Deutschland ohne dreifachen Brandschutznachweis nicht einmal eine Kniffel-Runde im Seniorenheim eröffnen darf. Die Politik zeigt sich erschüttert, schließlich geht es hier nicht um den Schutz süchtiger Kleingeister, sondern um die schiere Unverfrorenheit, Menschen pleitegehen zu lassen, ohne dass Christian Lindner davon eine neue Autobahnbrücke bauen kann. Am Ende bleibt die bittere Erkenntnis für jeden deutschen Spieler: Wer im illegalen Online-Casino verliert, ist ein Opfer krimineller Machenschaften; wer im staatlich lizenzierten Casino Haus und Hof verspielt, leistet hingegen einen wertvollen Beitrag zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der kommunalen Schlaglochflickerei.

08.07.2026, 13:01 · Ausgabe Nr. 354

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Ein Whistleblower-Leak zeigt: Ein Netzwerk von rund 120 Online-Glücksspielseiten spricht gezielt deutsche Spieler an, und das ohne die notwendige Lizenz. Hinter dem Firmennetzwerk steht ein dubioser Geschäftsmann. Von A. Meyer-Fünffinger, J. Streule, M. Zierer.

Quelle: tagesschau.de