
Äpfelchen beiß dich: EU-Richter zwingen Cupertino zum digitalen Sozialismus
In einem beispiellosen Akt richterlicher Grausamkeit hat das EU-Gericht in Luxemburg entschieden, dass Apple seine Nutzer nicht mehr wie eine sektenähnliche Gefolgschaft in einem goldenen Käfig aus proprietärem Schrott halten darf. Die Richter wiesen die Klage des Billionen-Konzerns gegen den Status als Torwächter mit der Präzision eines Fallbeils ab und machten deutlich, dass der App-Store kein souveränes Staatsgebiet mit eigener Zeitrechnung ist. Apple-Chef Tim Cook, der das Wort Offenheit üblicherweise nur im Kontext von unbezahlten Überstunden in taiwanesischen Fertigungshallen kennt, steht nun vor Trümmern. Das Betriebssystem iOS soll für Drittanbieter geöffnet werden, was für die Design-Ästheten in Cupertino ungefähr so attraktiv klingt wie eine vegane Grillplatte auf einem bayerischen Feuerwehrfest. Apple hatte argumentiert, dass die totale Kontrolle über jede einzelne Zeile Code lediglich dem Schutz der Privatsphäre diene, was in etwa so glaubwürdig ist wie die Unschuldsbeteuerung eines Gebrauchtwagenhändlers beim Zurückdrehen des Kilometerzählers. Nun bricht das Monopol. Die bittere Ironie besteht darin, dass Apple-Kunden jahrelang bereitwillig dreistellige Summen für das Privileg zahlten, in einem digitalen Gefängnis zu leben, solange die Gitterstäbe gebürstetes Aluminium und die Wärter Rollkragenpullover trugen. Dass nun fremde Software auf die Geräte darf, markiert das Ende einer Ära, in der man für das Recht auf einen funktionierenden Taschenrechner erst die Seele und das Erstgeborene an die iCloud verpfänden musste. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Selbst der glänzendste Apfel fault, wenn man ihn zu lange hinter luxemburgischen Gerichtsmauern liegen lässt, bis nur noch der bittere Kern der Regulierung übrig bleibt.