
Golf-Götterdämmerung: VW-Vorstand plant Umbau der Regionen in deutschlandweit größte Lost Places
In Wolfsburg herrscht Endzeitstimmung, doch der Konzernvorstand verkauft das drohende Siechtum ganzer Landstriche gewohnt hanseatisch-kühl als mutige Neupositionierung im Sektor der postindustriellen Romantik. Während Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm bisher als pulsierende Zentren der deutschen Ingenieurskunst galten, bereiten sie sich nun unter Anleitung der VW-Strategen auf ihre neue Rolle als Kulisse für dystopische Zombie-Serien vor. Es ist eine faszinierende Form der ökonomischen Euthanasie: Man nimmt den Menschen nicht einfach nur die Arbeit, man schenkt ihnen die grenzenlose Freiheit des Nichts-zu-tun-Habens, flankiert von der nostalgischen Gewissheit, dass man die Zukunft nicht nur verschlafen, sondern bei 180 km/h auf der linken Spur gezielt gegen die Wand gefahren hat. Dass die betroffenen Regionen nun vor Existenzängsten zittern, zeugt lediglich von mangelndem Verständnis für das große Ganze. VW-Chef Blume scheint das Unternehmen nach dem Prinzip einer Diät-Praline zu führen: Außen glänzt noch das Logo, doch innen ist die Füllung längst einem harten Sparkurs gewichen, der so trocken ist wie der Humor eines Insolvenzverwalters am Montagmorgen. Wer braucht schon funktionierende Automobilwerke, wenn man stattdessen eine ganze Generation von Fließbandarbeitern zu Experten für Urban Gardening in Fabrikruinen umschulen kann. Am Ende bleibt die bittere Erkenntnis, dass der Slogan 'Das Auto' bald durch 'Das War’s' ersetzt wird, während der Vorstand seine Boni vermutlich in Rettungskapseln investiert, die rechtzeitig vor dem Aufprall der Realität gezündet werden.