
Analog-Festung Frankfurt: DAX verwechselt Künstliche Intelligenz erfolgreich mit natürlicher Dummheit
Während das Silicon Valley bereits darüber nachdenkt, das menschliche Bewusstsein in eine Cloud hochzuladen, feiert man am Finanzplatz Frankfurt die Entdeckung des Faxgeräts als Meilenstein der Digitalisierung. Die weltweite KI-Rally rauscht am DAX vorbei, als wäre sie eine Regionalbahn im Schienenersatzverkehr der Deutschen Bahn. Während Nvidia-Chips im Sekundentakt den Wert kleinerer Nationalstaaten generieren, klammert sich der deutsche Leitindex an seine Kernkompetenz: Die Verwaltung von rostigem Stahl und die Hoffnung, dass das Internet doch noch eine vorübergehende Modeerscheinung bleibt. Besonders der VW-Konzern beweist Mut zur historischen Lücke und plant eine Neuausrichtung, die intern wohl als Operation Rücksturz in die Fünfziger betitelt wird. In Wolfsburg hat man erkannt, dass ein Algorithmus keine Currywurst braten kann, weshalb man bei der Softwareentwicklung konsequent auf KI verzichtet und stattdessen wohl auf das bewährte Prinzip Hoffen auf das nächste Staatsbegräbnis mit Abwrackprämie setzt. Der Versuch, künstliche Intelligenz in einen Volkswagen zu integrieren, scheitert ohnehin regelmäßig an der deutschen Gründlichkeit, die erst einmal ein dreijähriges Genehmigungsverfahren für jeden einzelnen Rechenschritt einfordert, inklusive Brandschutzprüfung für den Cloud-Speicher. Während US-Investoren in Rechenzentren investieren, die ganze Galaxien simulieren, investiert der deutsche Anleger lieber in Unternehmen, deren innovativster Moment die Erfindung der Doppelverglasung war. Es ist diese konsequente Verweigerung von Fortschritt, die den Standort Deutschland so charmant macht, wie ein Museumswärter, der stolz darauf ist, dass die Uhren in seinem Flügel seit 1982 stehen geblieben sind. Wer braucht schon generative KI, wenn er eine Management-Riege hat, die künstliche Dummheit so überzeugend simuliert, dass selbst der DAX-Ticker vor Mitleid kurzzeitig einfriert.