
Bahnstrecke Düsseldorf-Köln wegen Brandruß nun endlich auf modernem DB-Qualitätsstandard
Ein kontrollierter Hauch von Apokalypse weht seit Samstagnachmittag über den Schienenstrang zwischen Düsseldorf und Köln. Während die Polizei pflichtbewusst wegen Brandstiftung ermittelt, werfen Experten der Deutschen Bahn die berechtigte Frage auf, ob ein brennender Abhang nicht die einzige Form der thermischen Energie ist, die dieses Unternehmen derzeit verlässlich produzieren kann. Die Sperrung der Strecke reiht sich nahtlos in das prestigeträchtige Gesamtkonzept der Bahn ein, bei dem Mobilität primär als philosophisches Gedankenexperiment verstanden wird. Wer braucht schon pünktliche Fernzüge, wenn er stattdessen die entschleunigte Romantik einer Umleitung über das ländliche Nirgendwo genießen darf, während im Bordbistro die Hoffnung auf eine lauwarme Bockwurst schneller schmilzt als die Kabelsätze im Oberboden. Die Ironie, dass ausgerechnet eine Feuerbrunst den Schienenverkehr zum Erliegen bringt, ist fast schon zu subtil für ein Management, das Verspätungen üblicherweise konsequent mit der falschen Mondphase oder der überraschenden Existenz von Schwerkraft begründet. In Wahrheit ist das Feuer zwischen den beiden rheinischen Rivalen nichts anderes als eine dringend benötigte Modernisierungsmaßnahme: Endlich entspricht das optische Erscheinungsbild der Trasse dem moralischen und technischen Zustand des gesamten Konzerns. Während die Fahrgäste am Düsseldorfer Bahnsteig resignieren, bietet die Bahn ihnen die einzig wahre Form der Transformation an: Der Zug kommt nicht später, er ist jetzt lediglich ein archaisches Mahnmal für die Zeit vor der Erfindung des Rades. Am Ende bleibt nur eine Gewissheit: Bei der Deutschen Bahn ist der Brandstifter oft der einzige Beteiligte, der sich noch strikt an einen hitzigen Zeitplan hält.