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In Uganda wird der Generationskonflikt nicht bei einer Tasse Filterkaffee, sondern zwischen zwei Divisionen Kampfpanzer ausgetragen. Präsident Yoweri Museveni, der das Land seit rund vier Jahrzehnten mit der Geschmeidigkeit einer eingerosteten Guillotine regiert, scheint allmählich zu bemerken, dass sein Sohn Muhoozi Kainerugaba nicht länger nur mit Spielzeugsoldaten im Sandkasten spielt, sondern das echte Militär als persönlichen Abenteuerspielplatz betrachtet. Während Museveni senior noch damit beschäftigt ist, sein politisches Überlebenselixier aus der totalen Kontrolle zu destillieren, hat der Filius den Armeechef-Posten bereits als eine Art Praktikum zur Weltherrschaft umgedeutet. Es ist die klassische Familiendynamik: Der Vater will das Erbe nicht loslassen, und der Sohn hat die Pubertät einfach übersprungen, um direkt bei der Militärdiktatur einzusteigen. In dieser politischen Wohngemeinschaft herrscht eine ganz besondere Form der Gewaltenteilung: Der Vater unterschreibt die Dekrete, und der Sohn sorgt dafür, dass die Tinte nicht trocknet, bevor er sie mit dem Kettenfahrzeug überrollt hat. Die ugandische Innenpolitik erinnert mittlerweile an eine Folge Sukzessive Demenz, bei der man vergisst, wer eigentlich wen putschen wollte. Es ist wahrlich rührend zu sehen, wie die Musevenis das Konzept der Nepotismus-Nachfolge perfektionieren, als wäre der Staat eine mittelständische Schreinerei, in der der Juniorchef nun endlich auch mal die große Kreissäge benutzen darf, um die Opposition zurechtzustutzen. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass in Kampala die biologische Uhr nicht tickt, sondern wie eine Handgranate gesichert ist.
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Uganda-Dynastie: Wenn der Klüngel im Kinderzimmer die Staatsgewalt übernimmt

In Uganda wird der Generationskonflikt nicht bei einer Tasse Filterkaffee, sondern zwischen zwei Divisionen Kampfpanzer ausgetragen. Präsident Yoweri Museveni, der das Land seit rund vier Jahrzehnten mit der Geschmeidigkeit einer eingerosteten Guillotine regiert, scheint allmählich zu bemerken, dass sein Sohn Muhoozi Kainerugaba nicht länger nur mit Spielzeugsoldaten im Sandkasten spielt, sondern das echte Militär als persönlichen Abenteuerspielplatz betrachtet. Während Museveni senior noch damit beschäftigt ist, sein politisches Überlebenselixier aus der totalen Kontrolle zu destillieren, hat der Filius den Armeechef-Posten bereits als eine Art Praktikum zur Weltherrschaft umgedeutet. Es ist die klassische Familiendynamik: Der Vater will das Erbe nicht loslassen, und der Sohn hat die Pubertät einfach übersprungen, um direkt bei der Militärdiktatur einzusteigen. In dieser politischen Wohngemeinschaft herrscht eine ganz besondere Form der Gewaltenteilung: Der Vater unterschreibt die Dekrete, und der Sohn sorgt dafür, dass die Tinte nicht trocknet, bevor er sie mit dem Kettenfahrzeug überrollt hat. Die ugandische Innenpolitik erinnert mittlerweile an eine Folge Sukzessive Demenz, bei der man vergisst, wer eigentlich wen putschen wollte. Es ist wahrlich rührend zu sehen, wie die Musevenis das Konzept der Nepotismus-Nachfolge perfektionieren, als wäre der Staat eine mittelständische Schreinerei, in der der Juniorchef nun endlich auch mal die große Kreissäge benutzen darf, um die Opposition zurechtzustutzen. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass in Kampala die biologische Uhr nicht tickt, sondern wie eine Handgranate gesichert ist.

11.07.2026, 04:01 · Ausgabe Nr. 388

Original Nachricht

Uganda wird seit 40 Jahren von Präsident Museveni mit harter Hand regiert. Doch mittlerweile scheint zunehmend unklar, ob er noch das Sagen hat - oder der Armeechef des Landes, sein Sohn. Von Karin Bensch.

Quelle: tagesschau.de