
Sommelier des Schweißes: Frankreich deklariert dritte Hitzewelle offiziell zum Grand Cru
In einer Zeit, in der das Baguette aufgrund der Umgebungstemperatur bereits im Weizenfeld fertig backt, präsentiert die französische Regierung stolz ihren neuen Zivilschutzplan. Emmanuel Macron, der Mann, der sogar während eines nuklearen Winters noch nach Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 80 und aristokratischer Distanz riechen würde, hat erkannt, dass man das Volk am besten schützt, indem man das Wetter einfach bürokratisiert. Der Plan sieht vor, dass Pariser Kellner nun gesetzlich dazu verpflichtet sind, Touristen nicht mehr nur aus purer Arroganz zu ignorieren, sondern sie aktiv als Kühlelemente in die klimatisierten Weinkeller zu zerren. Alte und Obdachlose werden derweil dazu angehalten, sich kollektiv in den Brunnen von Versailles zu lagern, was den Brunnenfiguren endlich mal einen Hauch von echtem Leben und dem Pöbel die längst fällige Nähe zur absolutistischen Pracht verleiht. Während die Loire mittlerweile weniger Wasser führt als ein durchschnittliches Glas Pastis am Montmartre, verspricht das Innenministerium, dass man die Hitze mit typisch gallischem Widerstand besiegen wird: durch konsequentes Ignorieren der Realität bis zum Eintreffen der herbstlichen Streikwelle. Die erste harte Punchline liefert der Krisenstab selbst, indem er empfiehlt, den Rotwein auf Körpertemperatur zu erhitzen, damit der Schock beim Trinken ausbleibt – eine Maßnahme, die in Bordeaux als humanitäre Katastrophe, in Paris jedoch als avantgardistisches Lifestyle-Statement gilt. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Frankreich die einzige Nation ist, die eine drohende Kernschmelze der staatlichen Infrastruktur mit einer derart arroganten Eleganz moderiert, dass man sich fragt, ob die Guillotine als ultimative Kopfkühlung nicht doch eine Renaissance verdient hätte.