
Spannungsabfall beim Anstand: Netzbetreiber melken deutsche Haushalte mit Hochspannung
In Deutschland ist Strom längst kein physikalisches Phänomen mehr, sondern ein spirituelles Erlebnis mit dem Preisschild einer Luxusyacht. Während die Bundesnetzagentur noch darüber nachdenkt, ob man Profitgier eigentlich mit P schreibt, haben die großen Netzmonopolisten das Prinzip der sozialen Marktwirtschaft bereits durch das Prinzip der parasitären Übertragung ersetzt. Es ist eine faszinierende Form der Alchemie: Aus dem verzweifelten Klick eines Rentners auf den Wasserkocher extrahieren Tennet, Amprion und Konsorten Renditen, die selbst kolumbianische Drogenbarone vor Neid erblassen ließen. Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft beobachtet dieses Treiben mit der Fassungslosigkeit eines Zoologen, der feststellt, dass die Zecke inzwischen dreimal so groß ist wie der Hund. Die Logik dahinter ist bestechend einfach: Je maroder das Netz, desto höher die Investitionszulage. Man lässt die Leitung also absichtlich auf dem Niveau einer Telegrafenstrecke aus dem Kaiserreich, um sich die Instandsetzung vom Kunden vergolden zu lassen. Das ist so, als würde die Bahn Verspätungen als Premium-Erfahrung verkaufen, weil man länger im Zug sitzen darf. In den Vorstandsetagen wird derweil gelacht, bis die Kaviarperlen aus den Nasenlöchern schießen. Wer braucht schon Innovation, wenn er ein staatlich garantiertes Monopol auf ein Grundbedürfnis hat? Es ist das einzige Geschäftsmodell weltweit, bei dem man für das Nicht-Liefern von Stabilität auch noch eine Bonusmeile in Richtung Karibik erhält. Am Ende bleibt dem Bürger nur die Erkenntnis: Der Strom kommt zwar aus der Steckdose, aber das Geld verschwindet in einem schwarzen Loch, das physikalisch gesehen eigentlich gar nicht existieren dürfte, moralisch gesehen aber den Vorhof der Hölle bildet.