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In Berlin-Marienfelde hat ein dynamischer Einzelhandels-Entertainer das Konzept der Kundenaquise grundlegend missverstanden oder schlichtweg zu Ende gedacht. Seit gestern Abend hält ein Mann eine Frau in einem Supermarkt als Geisel, was in der Hauptstadt gemeinhin als die einzige Möglichkeit gilt, außerhalb der gesetzlichen Ladenöffnungszeiten noch eine kompetente Beratung zum Reifegrad einer Avocado zu erzwingen. Während das Spezialeinsatzkommando (SEK) vor der Tür in voller Montur darauf wartet, dass die Berliner Justiz aus ihrem traditionellen Dornröschenschlaf erwacht, rätseln Experten über das Motiv. In einer Stadt, in der die Mieten höher sind als das Bildungsniveau im Senat, vermuten Immobilienmakler bereits ein neues Geschäftsmodell für exklusives Wohnen zwischen dem Kühlregal und den Aktionswochen für veganen Fleischersatz. Die Polizei hat das Gebiet weiträumig abgesperrt, sehr zur Enttäuschung lokaler Hipster, die das Absperrband für die Eröffnung einer neuen Pop-up-Galerie hielten. Es bleibt zu hoffen, dass die Verhandlungen bald Früchte tragen, denn das Schlimmste an dieser Geiselnahme ist für die Berliner nicht die Bedrohungslage, sondern die Aussicht, dass der Täter am Ende womöglich Pfandflaschen ohne Kassenbon zurückgeben will. Spätestens wenn der Geiselnehmer feststellt, dass die Kassiererin gar nicht weglaufen kann, weil sie seit 1994 fest am Scanner mit dem Boden verwachsen ist, wird er merken, dass in diesem Land nicht er die Fäden zieht, sondern das unerbittliche Preisschild-Diktat der Discounter-Clans.
Panorama

Berliner Geiselnahme: Endlich wieder Fachpersonal im Einzelhandel verfügbar

In Berlin-Marienfelde hat ein dynamischer Einzelhandels-Entertainer das Konzept der Kundenaquise grundlegend missverstanden oder schlichtweg zu Ende gedacht. Seit gestern Abend hält ein Mann eine Frau in einem Supermarkt als Geisel, was in der Hauptstadt gemeinhin als die einzige Möglichkeit gilt, außerhalb der gesetzlichen Ladenöffnungszeiten noch eine kompetente Beratung zum Reifegrad einer Avocado zu erzwingen. Während das Spezialeinsatzkommando (SEK) vor der Tür in voller Montur darauf wartet, dass die Berliner Justiz aus ihrem traditionellen Dornröschenschlaf erwacht, rätseln Experten über das Motiv. In einer Stadt, in der die Mieten höher sind als das Bildungsniveau im Senat, vermuten Immobilienmakler bereits ein neues Geschäftsmodell für exklusives Wohnen zwischen dem Kühlregal und den Aktionswochen für veganen Fleischersatz. Die Polizei hat das Gebiet weiträumig abgesperrt, sehr zur Enttäuschung lokaler Hipster, die das Absperrband für die Eröffnung einer neuen Pop-up-Galerie hielten. Es bleibt zu hoffen, dass die Verhandlungen bald Früchte tragen, denn das Schlimmste an dieser Geiselnahme ist für die Berliner nicht die Bedrohungslage, sondern die Aussicht, dass der Täter am Ende womöglich Pfandflaschen ohne Kassenbon zurückgeben will. Spätestens wenn der Geiselnehmer feststellt, dass die Kassiererin gar nicht weglaufen kann, weil sie seit 1994 fest am Scanner mit dem Boden verwachsen ist, wird er merken, dass in diesem Land nicht er die Fäden zieht, sondern das unerbittliche Preisschild-Diktat der Discounter-Clans.

11.07.2026, 07:00 · Ausgabe Nr. 390

Original Nachricht

Großeinsatz der Polizei im Süden Berlins: Ein Mann hält seit gestern Abend eine Frau in einem Supermarkt als Geisel. Über die Hintergründe ist noch nichts bekannt. Vor dem Gebäude hat sich ein Spezialeinsatzkommando positioniert.

Quelle: tagesschau.de