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Wiebke Neelsen hat das Evangelium der automobilen Askese verkündet und wer nicht spurt, landet im Fegefeuer der Tankstellenpächter. Wer mit Vollgas in Richtung Adria prescht, begeht laut neuesten Effizienzstudien nicht weniger als einen ökonomischen Suizidversuch an der Zapfsäule. Die moderne Fahrweise erfordert heute die meditative Gelassenheit eines tibetischen Bergsteigers auf Valium. Es wird empfohlen, den Wagen im Windschatten von Lastwagen so nah heranzumanövrieren, dass man die Schweißporen des osteuropäischen Fernfahrers zählen kann. Das spart nicht nur Benzin, sondern ersetzt auch das teure Auffrischungstraining für Nahtoderfahrungen. Wer seinen SUV zudem von unnötigem Ballast befreit, indem er die Ehefrau und die schreiende Brut an einem Rastplatz im Spessart entsorgt, reduziert den Luftwiderstand signifikant und optimiert das Leistungsgewicht auf ein Niveau, das beinahe an menschliche Würde erinnert. Die ultimative Sparmaßnahme bleibt jedoch die telepathische Beschleunigung: Einfach so tun, als würde man fahren, während das Fahrzeug eigentlich nur von der Gravitation und dem schieren sozialen Druck der nachfolgenden Kolonne bewegt wird. Am Ende erreicht man den Gardasee völlig entspannt – zwar drei Wochen nach Urlaubsende und mit der psychischen Verfassung eines Mönchs, der zu viel Weihrauch inhaliert hat, aber mit einem Kontostand, der zumindest für eine Kugel Eis reicht. Wer heute noch Gas gibt, hat die Kontrolle über sein Leben längst an die Mineralölmafia abgetreten und verdient es, von einem Lastenrad überholt zu werden, dessen Fahrer währenddessen eine glutenfreie Dissertation verfasst.
Panorama

Vom Verbrenner zum Verpisser: Mit 80 km/h zur energetischen Erleuchtung

Wiebke Neelsen hat das Evangelium der automobilen Askese verkündet und wer nicht spurt, landet im Fegefeuer der Tankstellenpächter. Wer mit Vollgas in Richtung Adria prescht, begeht laut neuesten Effizienzstudien nicht weniger als einen ökonomischen Suizidversuch an der Zapfsäule. Die moderne Fahrweise erfordert heute die meditative Gelassenheit eines tibetischen Bergsteigers auf Valium. Es wird empfohlen, den Wagen im Windschatten von Lastwagen so nah heranzumanövrieren, dass man die Schweißporen des osteuropäischen Fernfahrers zählen kann. Das spart nicht nur Benzin, sondern ersetzt auch das teure Auffrischungstraining für Nahtoderfahrungen. Wer seinen SUV zudem von unnötigem Ballast befreit, indem er die Ehefrau und die schreiende Brut an einem Rastplatz im Spessart entsorgt, reduziert den Luftwiderstand signifikant und optimiert das Leistungsgewicht auf ein Niveau, das beinahe an menschliche Würde erinnert. Die ultimative Sparmaßnahme bleibt jedoch die telepathische Beschleunigung: Einfach so tun, als würde man fahren, während das Fahrzeug eigentlich nur von der Gravitation und dem schieren sozialen Druck der nachfolgenden Kolonne bewegt wird. Am Ende erreicht man den Gardasee völlig entspannt – zwar drei Wochen nach Urlaubsende und mit der psychischen Verfassung eines Mönchs, der zu viel Weihrauch inhaliert hat, aber mit einem Kontostand, der zumindest für eine Kugel Eis reicht. Wer heute noch Gas gibt, hat die Kontrolle über sein Leben längst an die Mineralölmafia abgetreten und verdient es, von einem Lastenrad überholt zu werden, dessen Fahrer währenddessen eine glutenfreie Dissertation verfasst.

11.07.2026, 10:01 · Ausgabe Nr. 393

Original Nachricht

Mit Vollgas in den Urlaub? Für den Geldbeutel keine gute Idee. Wer auf ein paar Kleinigkeiten beim Fahren achtet, kann Sprit sparen. Und kommt vielleicht sogar entspannter an. Von Wiebke Neelsen.

Quelle: tagesschau.de