
Vom Aussterben zum Ausstellen: Südafrika entdeckt das Horn als Rohstoffaktie
In einer Sternstunde des juristischen Pragmatismus hat ein südafrikanisches Gericht entschieden, dass Nashorn-Hörner künftig wie schnöde Gebrauchtwagen oder bayerische Ministerpräsidenten gehandelt werden dürfen. Der Sieg eines privaten Züchters gegen den gesunden Menschenverstand beweist eindrucksvoll: Artenschutz ist nur dann effizient, wenn er sich am Ende in der Bilanz eines Genfer Rohstoffhändlers widerspiegelt. Die Logik dahinter ist so bestechend wie ein Schlagring in der Operette: Wenn man das Horn legalisiert, sinkt der Schwarzmarktpreis – eine Theorie, die bei Kokain und Bundestagsmandaten seltsamerweise noch auf den empirischen Beweis wartet. Während Naturschützer entsetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, bereiten sich südafrikanische Nashörner bereits mental auf ihre neue Karriere als wandelnde Ersatzteillager für die Libido-Probleme prominenter Potenzproleten im fernen Osten vor. Dass man die Tiere für die Ernte nicht zwingend töten muss, sondern ihnen das Horn lediglich abschneidet, ist der ultimative Triumph des Kapitalismus über die Ästhetik: Das Nashorn wird zum Einhorn für Realisten, ein grauer Panzer ohne Identitätsmerkmal, dafür ausgestattet mit einer erstklassigen Steuer-Identifikationsnummer. Man darf gespannt sein, wann der erste Nashorn-ETF auf den Markt kommt, bei dem Anleger direkt in die Nasennebenhöhlen der Megafauna investieren können. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass das Horn am Tier zwar evolutionsbiologisch sinnvoll war, im Safe eines Oligarchen aber eine deutlich stabilere Rendite abwirft als ein simples Überleben in der Savanne. Wer braucht schon biologische Vielfalt, wenn er stattdessen eine Potenzhilfe aus Keratin haben kann, die so teuer ist, dass sie selbst den härtesten Anleger vor Neid erblassen lässt.