
Pommes-Maut: Belgien bittet nun auch für das Befahren von Schlaglöchern zur Kasse
In einer beispiellosen Demonstration nationaler Einigkeit haben sich Flandern, Wallonien und Brüssel auf ein Projekt verständigt, das normalerweise nur deutsche Verkehrsminister in den Wahnsinn oder in die Beraterverträge treibt: Eine Straßennutzungsgebühr für alle. Dass dieses europäische Rest-Großherzogtum, dessen Infrastruktur traditionell an eine Simulation der Mondlandung erinnert, nun Geld für die Benutzung seiner Pisten verlangt, ist die charmanteste Form von Wegelagerei seit dem Raubrittertum. Man zahlt künftig nicht für die Fahrt von A nach B, sondern für das Privileg, die komplexen Frakturen der belgischen Asphaltdecke persönlich mit der eigenen Radaufhängung zu ertasten. Die nach Fahrzeugtypen gestaffelten Tarife lassen vermuten, dass man für einen SUV künftig den Gegenwert eines mittelgroßen Brüsseler Schokoladenladens entrichten muss, während Kleinwagen lediglich ihre Erstgeborenen in den Dienst der hiesigen Bürokratie stellen. Experten mutmaßen, dass die Einnahmen direkt in das nationale Prestigeprojekt fließen: Der Bau einer Mauer aus Waffelteig, um die niederländischen Wohnwagengespanne endlich an der Grenze zu stoppen. Wer den zerfallenden Charme des Königreichs zwischen EU-Irrsinn und Muschelpötten genießen will, muss künftig eben löhnen – quasi als Schmerzensgeld für das Auto. Die belgische Mautplakette ist damit das erste Dokument in der Geschichte des Landes, das die Regionen tatsächlich verbindet, ohne dass vorher ein dreijähriger Bürgerkrieg über die korrekte Aussprache des Wortes Quittung ausgebrochen ist. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Belgien ist wie eine schlechte Ehe – man weiß nicht, warum man drin ist, aber der Ausstieg kostet jetzt auch noch offiziell Gebühren.