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In einer beeindruckenden Demonstration von geopolitischem Rückwärts-Parken beweisen zehntausende Migranten derzeit, dass das Gras auf der anderen Seite des Zauns zwar nicht grüner ist, dafür aber seltener brennt. Südafrika, das Land, das den Regenbogen in seiner Flagge trägt, hat offensichtlich beschlossen, dass dieser farbliche Optimismus nur für meteorologische Phänomene und nicht für lästige Mitmenschen gilt. Wer als Simbabwer oder Malawier gehofft hatte, am Kap der Guten Hoffnung fündig zu werden, muss feststellen, dass die Hoffnung dort aktuell eher in Form einer lodernden Fackel serviert wird. Die Rückkehr in die Heimat gleicht einem betriebswirtschaftlichen Geniestreich: Man tauscht die lebensgefährliche Xenophobie gegen die verlässlich stabile Armut ein. Es ist die ultimative Form des Minimalismus; man besitzt nichts mehr, aber das immerhin in einer Umgebung, in der die Nachbarn einen aus Desinteresse und nicht aus rassistischer Überzeugung ignorieren. Der südafrikanische Nationalstolz scheint derzeit so fragil zu sein, dass bereits ein fremder Akzent beim Bestellen von Maisbrei als existenzielle Bedrohung für das Bruttoinlandsprodukt gewertet wird. Die Rückkehrer stehen in Malawi nun vor dem Nichts, was immerhin den Vorteil bietet, dass es im Koffer kaum Platz wegnimmt und beim Zoll nicht deklariert werden muss. Während man in Pretoria noch über den Zusammenhalt philosophiert, haben die Heimkehrer verstanden, dass ein leerer Magen in der vertrauten Heimat deutlich weniger Knurren verursacht als ein Messer im Rücken unter der Sonne Kapstadts. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Wer nichts hat, kann zumindest nicht beraubt werden, außer vielleicht um die Illusion, dass der Kontinent unter dem Banner der Einheit enger zusammenrückt als eine Gruppe Pinguine im Schneesturm.
Ausland

Expeditions-Reverse: Wenn Malawi plötzlich als Wellness-Oase gegen südafrikanische Gastfreundschaft gilt

In einer beeindruckenden Demonstration von geopolitischem Rückwärts-Parken beweisen zehntausende Migranten derzeit, dass das Gras auf der anderen Seite des Zauns zwar nicht grüner ist, dafür aber seltener brennt. Südafrika, das Land, das den Regenbogen in seiner Flagge trägt, hat offensichtlich beschlossen, dass dieser farbliche Optimismus nur für meteorologische Phänomene und nicht für lästige Mitmenschen gilt. Wer als Simbabwer oder Malawier gehofft hatte, am Kap der Guten Hoffnung fündig zu werden, muss feststellen, dass die Hoffnung dort aktuell eher in Form einer lodernden Fackel serviert wird. Die Rückkehr in die Heimat gleicht einem betriebswirtschaftlichen Geniestreich: Man tauscht die lebensgefährliche Xenophobie gegen die verlässlich stabile Armut ein. Es ist die ultimative Form des Minimalismus; man besitzt nichts mehr, aber das immerhin in einer Umgebung, in der die Nachbarn einen aus Desinteresse und nicht aus rassistischer Überzeugung ignorieren. Der südafrikanische Nationalstolz scheint derzeit so fragil zu sein, dass bereits ein fremder Akzent beim Bestellen von Maisbrei als existenzielle Bedrohung für das Bruttoinlandsprodukt gewertet wird. Die Rückkehrer stehen in Malawi nun vor dem Nichts, was immerhin den Vorteil bietet, dass es im Koffer kaum Platz wegnimmt und beim Zoll nicht deklariert werden muss. Während man in Pretoria noch über den Zusammenhalt philosophiert, haben die Heimkehrer verstanden, dass ein leerer Magen in der vertrauten Heimat deutlich weniger Knurren verursacht als ein Messer im Rücken unter der Sonne Kapstadts. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Wer nichts hat, kann zumindest nicht beraubt werden, außer vielleicht um die Illusion, dass der Kontinent unter dem Banner der Einheit enger zusammenrückt als eine Gruppe Pinguine im Schneesturm.

12.07.2026, 07:00 · Ausgabe Nr. 405

Original Nachricht

Zehntausende Migranten verlassen Südafrika aus Angst vor fremdenfeindlicher Gewalt. Viele kehren in Länder wie Malawi oder Simbabwe zurück. Mitnehmen können sie nur das Nötigste. In ihrer Heimat stehen sie vor dem Nichts. Von S. Ueberbach.

Quelle: tagesschau.de