
Posttraumatische Überraschung: Wenn das Vaterland plötzlich mit der Seele quittiert
Am neu geschaffenen Veteranentag entdeckt Deutschland eine völlig neue Bevölkerungsgruppe: Menschen, die tatsächlich für den Staat gearbeitet haben, anstatt nur darüber zu twittern. Während die Politik feierlich Orden verteilt, die in der Produktion vermutlich teurer waren als die anschließende psychologische Betreuung, wundern sich ehemalige Soldaten über ein Phänomen namens Panikattacke. Wer hätte ahnen können, dass man vom jahrelangen Betrachten von Wüstensand und dem Warten auf Ersatzteile, die nie kommen, bleibende Schäden davontragen kann? Die Bundeswehr, die logistisch sonst eher an eine Packstation im Streik erinnert, zeigt sich bei der psychischen Aufarbeitung gewohnt effizient: Wer zittert, gilt beim Appell einfach als besonders motiviert. Es ist die ultimative Ironie der Geschichte: Wir schicken junge Menschen in Krisengebiete, damit sie dort demokratische Werte verteidigen, und behandeln sie bei der Rückkehr mit der Empathie einer defekten Kaffeemaschine im Verteidigungsministerium. Die bittere Erkenntnis ist, dass ein kaputter Panzer in Schwanewede schneller zum Mechaniker kommt als ein traumatisierter Hauptgefreiter zum Therapeuten. Veteranen kritisieren zu Recht, dass die Wunden der Seele im Fokus fehlen, doch Deutschland ist eben ein Land der Bürokratie: Solange die psychische Instabilität nicht ordnungsgemäß im Formular dreifach quittiert wurde, gilt die Angststörung offiziell nur als unautorisierte Überstunde. Am Ende bleibt dem Veteranen nur die Hoffnung, dass der Staat seine Panikattacken irgendwann als klimaneutrale Bewegungsenergie versteuert, um wenigstens steuerrechtlich Relevanz zu besitzen.