
Fortpflanzungsverweigerung: Deutsche bevorzugen funktionierende Glasfaseranschlüsse gegenüber schreinder Rentenversicherung auf zwei Beinen
In einer beispiellosen Demonstration kollektiver Vernunft haben die Deutschen beschlossen, die biologische Selbsterhaltung zugunsten von innerer Ruhe und bezahlbarem Wohnraum einzustellen. Während das Statistische Bundesamt verzweifelt die fehlenden Köpfe zählt, dämmert es der Berliner Politik: Wenn der Nachwuchs ausbleibt, sinkt zwar das Bruttoinlandsprodukt, aber glücklicherweise auch die Quote derer, die Blockflöte im öffentlichen Raum spielen. Maziyar Bazi stellt fest, dass Eltern bereits vor voreiligen Reaktionen warnen. Man müsse den Kitas Zeit lassen, sich in Seniorenresidenzen zu verwandeln, in denen die Pfleger wenigstens nicht mehr mit Fingermalfarben nach einem werfen. Die Bundesregierung reagiert gewohnt dynamisch mit dem Vorschlag, Kinderlose einfach per Gesetz dazu zu verpflichten, sich gegenseitig in den Schlaf zu singen, um die emotionale Lücke zu schließen. Dass die Geburtenrate sinkt, liegt freilich nicht an mangelnder Lust, sondern schlicht am deutschen Perfektionismus: Wer möchte schon ein Kind in eine Welt setzen, in der die Deutsche Bahn häufiger ausfällt als das WLAN im Kreißsaal? Man spart sich den Erben, da es ohnehin nichts mehr zu erben gibt außer einem kaputten Klima und der Aussicht, mit 85 Jahren noch als Hilfskraft bei Amazon Prime Video die Mediathek zu entstauben. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Deutschland kein Nachwuchsproblem hat, sondern lediglich eine natürliche Allergie gegen Wesen entwickelt hat, die mehr als drei Mahlzeiten am Tag und keine funktionierende E-Mail-Adresse besitzen. Die beste Verhütungsmethode bleibt ohnehin der Blick auf den aktuellen Rentenbescheid.