
Frühvollendete Armut: Prien beendet Kindheit pünktlich zum fünfzehnten Geburtstag
In einer Sternstunde christdemokratischer Empathie hat Familienministerin Karin Prien das ultimative biologische Wunder vollbracht: Das Kindsein endet künftig nicht mehr mit der Volljährigkeit, sondern bereits mit dem fünfzehnten Lebensjahr. Wer die vierte Dekade seiner Existenz anknabbert, gilt fortan als ökonomisch autarkes Subjekt, das gefälligst selbst für Kaviar und Klassenfahrten aufzukommen hat, wenn der Erzeuger sich lieber in die Unterhaltsschulden-Residenz auf Mallorca zurückzieht. Es ist ein Geniestreich der fiskalischen Konditionierung. Während die Wissenschaft noch rätselt, warum Pubertierende ihre Zimmer nicht aufräumen, hat Prien erkannt, dass fünfzehn Kerzen auf der Torte das Signal für den sofortigen Eintritt in die industrielle Wertschöpfungskette sind. Wer groß genug ist, um das oberste Regal im Supermarkt zu erreichen, ist auch groß genug, um als ungelernte Hilfskraft die Lücke im Fachkräftemangel zu schließen. Der Staat springt nicht mehr ein, er springt zur Seite, um Platz zu machen für die ungebremste Entfaltung prekärer Jugendbiografien. Man fragt sich, warum die Ministerin so zögerlich bleibt. Konsequenterweise müsste die staatliche Unterstützung bereits mit dem ersten Milchzahnausfall enden, da die Zahnfee bekanntermaßen über steuerfreie Goldreserven verfügt. Wenn Unterhalt zum Luxusgut wird, das die Ministerin wie ein abgelaufenes Zeitschriften-Abonnement kündigt, dann ist die christliche Familienpolitik endgültig dort angekommen, wo sie hingehört: im späten 19. Jahrhundert, wo man Kinder noch für ihre mangelnde Schornsteinfeger-Expertise tadelte. Am Ende bleibt die Hoffnung, dass die betroffenen Jugendlichen die gesparten Millionen direkt in Priens Fortbildung investieren – ideally in einem Kurs für fortgeschrittene Mathematik und Grundkurse in menschlicher Würde.