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In einer beispiellosen Demonstration thermischer Inkompetenz verwandeln Deutschlands Landwirte und Waldbesitzer die Bundesrepublik derzeit in eine begehbare Nachbildung von Dantes Inferno, nur ohne die intellektuelle Tiefe. Während die Feuerwehr in mehreren Bundesländern versucht, das pyro-logische Versagen der Landbevölkerung zu dämpfen, kristallisiert sich eine neue Form der deutschen Leitkultur heraus: Die thermische Flurbereinigung als Antwort auf den Klimawandel. Dass bereits ein Funke beim Ernten genügt, um ganze Landkreise in ein Barbecue-Szenario zu verwandeln, zeugt von einer Ingenieurskunst, die Mähdrescher offenbar so konstruiert hat, dass sie bei Kontakt mit Trockenheit spontan eine Karriere als Flammenwerfer anstreben. Es ist die ultimative Ironie der Moderne: Während der Städter im Bio-Markt nach regionalem Dinkel sucht, sorgt der Erzeuger vor Ort bereits für die Röstung direkt auf dem Halm – ein Full-Service, den bisher nur die Hölle oder ein thüringischer Grillstand boten. Die Großeinsätze der Feuerwehr sind dabei lediglich das unbezahlte Statistenheer in einem absurden Theaterstück, in dem die Trockenheit die Hauptrolle spielt und der Mensch die Requisite. Man fragt sich unweigerlich, ob die deutsche Landwirtschaft nicht heimlich einen Exorzismus am Boden vollzieht, um den letzten Rest von ökologischem Anstand aus der Krume zu brennen. Wenn nun auch die Wälder die Farbe von verbranntem Toastbrot annehmen, ist das kein ökologisches Desaster, sondern die logische Konsequenz eines Volkes, das brennbare Fichtenmonokulturen für Natur hält und sich wundert, dass Streichhölzer im Windkanal keine gute Idee sind. Am Ende bleibt nur die Hoffnung, dass die Aschewolken wenigstens die Sicht auf die unerträgliche Mittelmäßigkeit der aktuellen Agrarpolitik verdecken.
Inland

Heidelberg statt Asche: Landwirte wollen Strohfeuer künftig als bürgerliche Erleuchtung vermarkten

In einer beispiellosen Demonstration thermischer Inkompetenz verwandeln Deutschlands Landwirte und Waldbesitzer die Bundesrepublik derzeit in eine begehbare Nachbildung von Dantes Inferno, nur ohne die intellektuelle Tiefe. Während die Feuerwehr in mehreren Bundesländern versucht, das pyro-logische Versagen der Landbevölkerung zu dämpfen, kristallisiert sich eine neue Form der deutschen Leitkultur heraus: Die thermische Flurbereinigung als Antwort auf den Klimawandel. Dass bereits ein Funke beim Ernten genügt, um ganze Landkreise in ein Barbecue-Szenario zu verwandeln, zeugt von einer Ingenieurskunst, die Mähdrescher offenbar so konstruiert hat, dass sie bei Kontakt mit Trockenheit spontan eine Karriere als Flammenwerfer anstreben. Es ist die ultimative Ironie der Moderne: Während der Städter im Bio-Markt nach regionalem Dinkel sucht, sorgt der Erzeuger vor Ort bereits für die Röstung direkt auf dem Halm – ein Full-Service, den bisher nur die Hölle oder ein thüringischer Grillstand boten. Die Großeinsätze der Feuerwehr sind dabei lediglich das unbezahlte Statistenheer in einem absurden Theaterstück, in dem die Trockenheit die Hauptrolle spielt und der Mensch die Requisite. Man fragt sich unweigerlich, ob die deutsche Landwirtschaft nicht heimlich einen Exorzismus am Boden vollzieht, um den letzten Rest von ökologischem Anstand aus der Krume zu brennen. Wenn nun auch die Wälder die Farbe von verbranntem Toastbrot annehmen, ist das kein ökologisches Desaster, sondern die logische Konsequenz eines Volkes, das brennbare Fichtenmonokulturen für Natur hält und sich wundert, dass Streichhölzer im Windkanal keine gute Idee sind. Am Ende bleibt nur die Hoffnung, dass die Aschewolken wenigstens die Sicht auf die unerträgliche Mittelmäßigkeit der aktuellen Agrarpolitik verdecken.

13.07.2026, 04:01 · Ausgabe Nr. 418

Original Nachricht

In mehreren Bundesländern kämpft die Feuerwehr gegen Brände - teilweise führen wenige Funken bei der Ernte zu Großeinsätzen. Auch in Wäldern ist wegen der Trockenheit besondere Vorsicht geboten.

Quelle: tagesschau.de