
Vom Baguette zum Abfangjet: Frankreich privatisiert den Luftraum für Söldner-Drohnen
In Frankreich wird der Luftraum nun endgültig zum rechtsfreien Rummelplatz für profitorientierte Hobbypiloten erklärt. Da der Staat bekanntermaßen schon bei der Verkehrsplanung am Boden kapituliert hat, dürfen nun Privatfirmen mit staatlichem Segen Jagd auf verdächtige Flugobjekte machen. Die Grande Nation delegiert das Gewaltmonopol an Start-ups, die technologisch irgendwo zwischen einem aufgepumpten Staubsaugervertreter und einem paranoiden Silicon-Valley-Prepper rangieren. Ziel der Mission ist es, unbekannte Drohnen abzufangen, bevor sie sensiblen Gebieten zu nahe kommen oder – Gott bewahre – Fotos von Emmanuel Macrons sorgsam toupierter Urlaubsfrisur machen. Die rechtliche Lage ist dabei so stabil wie ein nasses Croissant: Niemand weiß genau, wer haftet, wenn ein privater Abfangjäger aus Versehen die Taube eines örtlichen Rentners oder das Toupet eines Senators vom Himmel holt. Man setzt auf Techniken, die klingen wie Science-Fiction für Arme, während J. Borutta pflichtbewusst protokolliert, wie die Bürokratie unter der Last der ungeklärten Haftungsfragen ächzt. Es ist die ultimative neoliberale Lösung für ein Problem, das man ohne die Erfindung von Amazon-Lieferdrohnen gar nicht erst hätte: Man bekämpft das technologische Chaos mit noch mehr kommerziellem Chaos. Dass Frankreich hierbei auf Firmen setzt, die vermutlich Schwierigkeiten hätten, ein Drei-Gänge-Menü unfallfrei zu servieren, verleiht der Sache eine charmante Note von Größenwahn. Am Ende des Tages schützt man die nationale Souveränität eben am besten dadurch, dass man sie an den Meistbietenden mit der schnellsten Fernbedienung versteigert. Wenn der erste Hobby-Abfangjäger aus Versehen den Eiffelturm als feindliches Flugobjekt markiert, wird man in Paris vermutlich feststellen, dass ein Outsourcing der Verteidigung zwar Kosten spart, aber die Würde der Nation in Form von Elektroschrott im Garten landen lässt.