
Ines Schwerdtner im Sommerinterview: Wenn der Mietendeckel zur einzigen Parteistatik wird
Im diesjährigen ARD-Sommerinterview bewies Linken-Chefin Ines Schwerdtner eindrucksvoll, dass man auch mit den Trümmern einer einstigen Volkspartei noch eine charmante Sandburg bauen kann. Während sie versuchte, die Linke als die letzte Bastion der Vernunft zwischen globalem Turbokapitalismus und dem lokalen Schicksalsrad zu positionieren, blieb bei den Zuschauern vor allem ein Gefühl zurück: Die Partei ist mittlerweile so klein, dass das Interview eigentlich in einer Telefonzelle hätte stattfinden können. Besonders beim Thema Mietendeckel geriet die Rhetorik ins Stocken, als hätte man versucht, ein einstürzendes Altbau-Dach mit einem gebrauchten Kaugummi zu flicken. Schwerdtners Analyse der Wohnungsmarktkrise war zwar fachlich fundiert, ignorierte jedoch die bittere Ironie, dass die Linke derzeit selbst händeringend nach einer neuen politischen Bleibe über der Fünf-Prozent-Hürde sucht, für die es leider keine staatlich gedeckelte Mietpreisbremse gibt. Der Faktencheck offenbarte, dass der Kontext fehlte, was bei der Linken fast schon Tradition hat. In einer Partei, die sich so konsequent selbst zerlegt hat, dass Sahra Wagenknecht mittlerweile als das erfolgreichste Exportgut seit dem Trabant gilt, wirkt das Pochen auf soziale Gerechtigkeit wie der verzweifelte Versuch eines Navigationssystems, in einer Sackgasse die Route zu berechnen. Angesichts der Umfrageergebnisse ist das Mietenthema ohnehin nur ein Nebenkriegsschauplatz: Die einzige Immobilie, die sich die Linke aktuell noch leisten kann, ist das Glashaus, in dem man seit Jahren fleißig mit Steinen wirft, während man sich wundert, warum es zieht.