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In einer beispiellosen Demonstration diplomatischer Akrobatik treffen sich die europäischen Außenminister in Paris und Brüssel, um gemeinsam die Stirn zu runzeln, bis die Sorgenfalten das Budget für Auslandshilfe übersteigen. Die Koalition der Willigen, die ihren Namen vor allem deshalb trägt, weil Koalition der Zögerlichen, Zaudernden und chronisch unterfinanzierten Helfer zu sperrig für das Briefpapier war, berät nun über neue militärische Unterstützung. Man munkelt, Frankreich wolle die russische Armee durch die Lieferung von überlagertem Camembert demoralisieren, während Deutschland prüft, ob man die Ukraine nicht durch die Entsendung von dreißigtausend Antragsformularen für eine Baugenehmigung im Schützengraben effektiv absichern kann. Die Bürokratie ist schließlich die einzige Waffe, gegen die selbst die modernste Hyperschallrakete machtlos ist. Währenddessen verhandelt die EU über das nunmehr achttausendste Sanktionspaket, das dieses Mal so hart ausfallen soll, dass Wladimir Putin persönlich das Netflix-Abo gekündigt wird, sofern er es über eine Berliner Briefkastenfirma bezieht. Es ist die hohe Kunst des politischen Schattenboxens: Man droht dem Bären so lange mit einer Nagelfeile, bis dieser vor Lachen einen Herzinfarkt erleidet. Die größte Sorge der Minister bleibt jedoch, dass man versehentlich so viel hilft, dass der Krieg endet, bevor alle Beraterverträge für die Wiederaufbau-Konferenzen unterzeichnet sind. Am Ende wird man sich vermutlich darauf einigen, die Ukraine durch das Abspielen von Olaf Scholz’ Podcast in russischen Funkkreisen zur Kapitulation des Gegners zu bewegen, da chronische Langeweile völkerrechtlich noch nicht als Massenvernichtungswaffe eingestuft ist.
Ausland

Koalition der Willigen sucht dringend nach dem Willen für die Koalition

In einer beispiellosen Demonstration diplomatischer Akrobatik treffen sich die europäischen Außenminister in Paris und Brüssel, um gemeinsam die Stirn zu runzeln, bis die Sorgenfalten das Budget für Auslandshilfe übersteigen. Die Koalition der Willigen, die ihren Namen vor allem deshalb trägt, weil Koalition der Zögerlichen, Zaudernden und chronisch unterfinanzierten Helfer zu sperrig für das Briefpapier war, berät nun über neue militärische Unterstützung. Man munkelt, Frankreich wolle die russische Armee durch die Lieferung von überlagertem Camembert demoralisieren, während Deutschland prüft, ob man die Ukraine nicht durch die Entsendung von dreißigtausend Antragsformularen für eine Baugenehmigung im Schützengraben effektiv absichern kann. Die Bürokratie ist schließlich die einzige Waffe, gegen die selbst die modernste Hyperschallrakete machtlos ist. Währenddessen verhandelt die EU über das nunmehr achttausendste Sanktionspaket, das dieses Mal so hart ausfallen soll, dass Wladimir Putin persönlich das Netflix-Abo gekündigt wird, sofern er es über eine Berliner Briefkastenfirma bezieht. Es ist die hohe Kunst des politischen Schattenboxens: Man droht dem Bären so lange mit einer Nagelfeile, bis dieser vor Lachen einen Herzinfarkt erleidet. Die größte Sorge der Minister bleibt jedoch, dass man versehentlich so viel hilft, dass der Krieg endet, bevor alle Beraterverträge für die Wiederaufbau-Konferenzen unterzeichnet sind. Am Ende wird man sich vermutlich darauf einigen, die Ukraine durch das Abspielen von Olaf Scholz’ Podcast in russischen Funkkreisen zur Kapitulation des Gegners zu bewegen, da chronische Langeweile völkerrechtlich noch nicht als Massenvernichtungswaffe eingestuft ist.

13.07.2026, 10:01 · Ausgabe Nr. 425

Original Nachricht

Russlands Krieg gegen die Ukraine ist heute Thema in Paris und Brüssel. Bevor die "Koalition der Willigen" über weitere militärische Hilfe für die Ukraine berät, verhandeln die EU-Außenminister über nächste Sanktionen gegen Russland.

Quelle: tagesschau.de