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Vor zehn Jahren gab es in der Türkei einen Putschversuch, nach dem Präsident Erdoğan seine Macht massiv ausbaute und bis heute fest im Sattel sitzt. Mittlerweile fragen sich Kritiker, ob der Umsturzversuch damals eigentlich eine echte Gefahr oder doch eher ein sehr praktisches Geschenk für den Chef war. Es ist wie bei einem Software-Update, das man niemals bestellt hat, aber am Ende kontrolliert das Handy plötzlich, wann man atmen darf. Nach dem Motto: Ein Putsch am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen um die eigene Karriere. In Ankara sagt man heute scherzhaft, dass der Präsident den Putsch so sehr genossen hat, dass er ihn fast auf Amazon mit fünf Sternen bewertet hätte. Wenn man alle Leute einsperrt, die nicht klatschen, wird es im Saal zwar leiser, aber die Zustimmung liegt bei gefühlten zweihundert Prozent. Donald Trump schaut derweil neidisch herüber und fragt sich wahrscheinlich, warum sein eigener Aufstand am Kapitol nicht so ein schönes Schloss und unbegrenzte Urlaubszeit im Amt gebracht hat. Bundeskanzler Friedrich Merz beobachtet das Ganze skeptisch, während er seine eigenen Akten sortiert, denn in der Türkei ist Demokratie mittlerweile das, was passiert, wenn Erdoğan morgens in den Spiegel schaut und sich selbst zum Sieger krönt.
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Erdoğans Putsch-Trick: Wie aus einem kleinen Schreck eine ewige Herrschaft wurde

Vor zehn Jahren gab es in der Türkei einen Putschversuch, nach dem Präsident Erdoğan seine Macht massiv ausbaute und bis heute fest im Sattel sitzt. Mittlerweile fragen sich Kritiker, ob der Umsturzversuch damals eigentlich eine echte Gefahr oder doch eher ein sehr praktisches Geschenk für den Chef war. Es ist wie bei einem Software-Update, das man niemals bestellt hat, aber am Ende kontrolliert das Handy plötzlich, wann man atmen darf. Nach dem Motto: Ein Putsch am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen um die eigene Karriere. In Ankara sagt man heute scherzhaft, dass der Präsident den Putsch so sehr genossen hat, dass er ihn fast auf Amazon mit fünf Sternen bewertet hätte. Wenn man alle Leute einsperrt, die nicht klatschen, wird es im Saal zwar leiser, aber die Zustimmung liegt bei gefühlten zweihundert Prozent. Donald Trump schaut derweil neidisch herüber und fragt sich wahrscheinlich, warum sein eigener Aufstand am Kapitol nicht so ein schönes Schloss und unbegrenzte Urlaubszeit im Amt gebracht hat. Bundeskanzler Friedrich Merz beobachtet das Ganze skeptisch, während er seine eigenen Akten sortiert, denn in der Türkei ist Demokratie mittlerweile das, was passiert, wenn Erdoğan morgens in den Spiegel schaut und sich selbst zum Sieger krönt.

16.07.2026, 07:00 · Ausgabe Nr. 466

Original Nachricht

Wer steckte hinter dem Putschversuch 2016 in der Türkei - und was wusste die Staatsführung? Auch zehn Jahre danach ist vieles unklar. Fest steht: Präsident Erdoğan baute seinen Machtapparat seitdem aus. Von Benjamin Weber.

Quelle: tagesschau.de