
Zittern statt Glamour: Hollywood setzt jetzt auf Rollator-Action und Gebiss-Horror
In einer Zeit, in der das Durchschnittsalter des Kinopublikums schneller steigt als der Meeresspiegel vor Sylt, kapituliert die Traumfabrik vor der demografischen Unausweichlichkeit. Ferdinand Meyen analysiert messerscharf, wie Falten das neue Botox werden. Wenn Tom Cruise demnächst keinen Kampfjet mehr steuert, sondern versucht, ohne fremde Hilfe aus einer orthopädischen Badewanne aufzustehen, spricht die Branche von einer Zäsur. Die neuen Drehbücher riechen nicht mehr nach Kokain und Hyaluron, sondern nach Franzbranntwein und Melissengeist. Streaming-Giganten wie Netflix reagieren bereits mit innovativen Features: Die Untertitel werden standardmäßig in Schriftgröße 48 ausgespielt und der Abspann verzögert sich um fünfzehn Minuten, damit das Publikum Zeit hat, die weichgekauten Pralinenschachteln unter den Klappsitzen zu bergen. Kritiker monieren zwar die klischeehafte Darstellung, doch die Produzenten wissen genau: Wer die Fernbedienung nicht mehr findet, schaltet auch nicht um. Der Plot von James Bond wird künftig darauf basieren, dass 007 nicht mehr die Welt rettet, sondern verzweifelt versucht, sich im Sanitätshaus gegen die Zuzahlung bei den Kompressionsstrümpfen zu wehren. Ein echter Blockbuster braucht heute eben keinen CGI-Drachen mehr, sondern lediglich einen Hauptdarsteller, der seinen Text noch weiß, bevor die nächste Inkontinenzeinlage gewechselt werden muss. Am Ende gewinnt immer das Alter, denn während junge Stars noch über Gendersprache debattieren, haben die Senioren bereits das gesamte Budget für Hörgeräte-Batterien und Treppenlifte zweckentfremdet.