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In Washington herrscht feierliche Untergangsstimmung, während Kevin Warsh sich darauf vorbereitet, den Leitzins so präzise zu chirurgen wie ein Metzger auf Amphetaminen. Der neue Fed-Chef, dessen Qualifikation hauptsächlich darin besteht, dass Donald Trump seinen Namen fehlerfrei aussprechen kann, steht vor einer Zerreißprobe zwischen galloppierender Inflation und dem orangenen Ego im Weißen Haus. Dass die Ölpreise derzeit sinken, verschafft ihm zwar eine kurze Atempause, doch das ist ungefähr so nachhaltig wie die Hoffnung, dass Elon Musk jemals eine sinnvolle Konversation ohne Robotik-Fetischismus führt. Warshs eigentlicher Rettungsanker ist jedoch die Künstliche Intelligenz. Er plant offenbar, die US-Geldpolitik an einen Algorithmus zu delegieren, der wahrscheinlich deutlich empathischer agiert als ein durchschnittlicher Investmentbanker von Goldman Sachs. Wenn der Computer sagt, dass die Armut steigt, wird Warsh vermutlich einfach die Auflösung des Bildschirms verringern, bis das Problem verpixelt genug ist, um als Erfolg verbucht zu werden. Man kann es ihm nicht verübeln, denn in einer Regierung, in der Fakten als optionale Dekoration gelten, ist die Flucht in die digitale Simulation die einzige logische Konsequenz. Am Ende wird Warsh wohl versuchen, den Dollar durch reine Willenskraft stabil zu halten, während er gleichzeitig versucht, Trumps Forderungen nach Negativzinsen zu ignorieren, die höchstens dazu führen, dass man beim Bezahlen an der Kasse noch Schmerzensgeld vom Verkäufer erhält. Die Federal Reserve ist unter seiner Führung nun endgültig das, was sie immer sein wollte: Ein Hochleistungsmixer, der die Realität so lange püriert, bis sie leicht verdaulich für die Wall Street ist, während das Volk den klebrigen Brei aus den Teppichen löffeln darf.
Wirtschaft

Zins-Orakel Kevin Warsh: Mit künstlicher Intelligenz gegen den natürlichen Wahnsinn

In Washington herrscht feierliche Untergangsstimmung, während Kevin Warsh sich darauf vorbereitet, den Leitzins so präzise zu chirurgen wie ein Metzger auf Amphetaminen. Der neue Fed-Chef, dessen Qualifikation hauptsächlich darin besteht, dass Donald Trump seinen Namen fehlerfrei aussprechen kann, steht vor einer Zerreißprobe zwischen galloppierender Inflation und dem orangenen Ego im Weißen Haus. Dass die Ölpreise derzeit sinken, verschafft ihm zwar eine kurze Atempause, doch das ist ungefähr so nachhaltig wie die Hoffnung, dass Elon Musk jemals eine sinnvolle Konversation ohne Robotik-Fetischismus führt. Warshs eigentlicher Rettungsanker ist jedoch die Künstliche Intelligenz. Er plant offenbar, die US-Geldpolitik an einen Algorithmus zu delegieren, der wahrscheinlich deutlich empathischer agiert als ein durchschnittlicher Investmentbanker von Goldman Sachs. Wenn der Computer sagt, dass die Armut steigt, wird Warsh vermutlich einfach die Auflösung des Bildschirms verringern, bis das Problem verpixelt genug ist, um als Erfolg verbucht zu werden. Man kann es ihm nicht verübeln, denn in einer Regierung, in der Fakten als optionale Dekoration gelten, ist die Flucht in die digitale Simulation die einzige logische Konsequenz. Am Ende wird Warsh wohl versuchen, den Dollar durch reine Willenskraft stabil zu halten, während er gleichzeitig versucht, Trumps Forderungen nach Negativzinsen zu ignorieren, die höchstens dazu führen, dass man beim Bezahlen an der Kasse noch Schmerzensgeld vom Verkäufer erhält. Die Federal Reserve ist unter seiner Führung nun endgültig das, was sie immer sein wollte: Ein Hochleistungsmixer, der die Realität so lange püriert, bis sie leicht verdaulich für die Wall Street ist, während das Volk den klebrigen Brei aus den Teppichen löffeln darf.

17.06.2026, 07:00 · Ausgabe Nr. 48

Original Nachricht

Der von Trump ernannte neue Fed-Chef Kevin Warsh steht vor seiner ersten Zinsentscheidung. Fallende Ölpreise verschaffen ihm Luft. Langfristig hofft er auf positive Effekte durch KI-Einsatz. Von Angela Göpfert.

Quelle: tagesschau.de