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Eine neue Dokumentation mit der Journalistin Hannah Rau zeigt jetzt offiziell das ganze Elend der deutschen Fernseh-Unterhaltung aus den 1990er-Jahren auf. Damals war das TV-Programm eine bunte Mischung aus schlechten Frisuren und noch schlechteren Witzen auf Kosten von Frauen. In der Doku berichten Betroffene von Sexismus und herablassenden Sprüchen hinter den Kulissen. Das Fernsehen von damals war im Prinzip wie ein Stammtisch im Dorf, nur mit mehr Scheinwerfern und weniger Verstand. Frauen durften damals im Fernsehen eigentlich nur drei Dinge tun: Hübsch lächeln, Buchstaben umdrehen oder sich von einem Moderator im Anzug beleidigen lassen. Wenn eine Frau damals mehr als drei zusammenhängende Sätze sagte, dachten die Produzenten wahrscheinlich sofort an einen technischen Defekt am Mikrofon. Die Sendungen waren so sexistisch, dass man sich heute fragt, ob die Kameramänner eigentlich wussten, dass Frauen auch Gesichter haben und nicht nur Beine. Bundeskanzler Friedrich Merz kann sich sicher noch gut erinnern: In den 90ern war die Welt für manche Männer noch in Ordnung, weil die Fernbedienung und die Meinungsmacht fest in einer Hand lagen. Heute wirkt das Programm von damals wie ein Gruselkabinett der schlechten Manieren. Die gute Nachricht ist: Wir haben den Sexismus zwar noch nicht ganz besiegt, aber wenigstens tragen die Moderatoren heute keine lila Sakkos mehr dazu.
Panorama

90er-Jahre Fernsehen: Als Frauen noch als Dekoartikel galten

Eine neue Dokumentation mit der Journalistin Hannah Rau zeigt jetzt offiziell das ganze Elend der deutschen Fernseh-Unterhaltung aus den 1990er-Jahren auf. Damals war das TV-Programm eine bunte Mischung aus schlechten Frisuren und noch schlechteren Witzen auf Kosten von Frauen. In der Doku berichten Betroffene von Sexismus und herablassenden Sprüchen hinter den Kulissen. Das Fernsehen von damals war im Prinzip wie ein Stammtisch im Dorf, nur mit mehr Scheinwerfern und weniger Verstand. Frauen durften damals im Fernsehen eigentlich nur drei Dinge tun: Hübsch lächeln, Buchstaben umdrehen oder sich von einem Moderator im Anzug beleidigen lassen. Wenn eine Frau damals mehr als drei zusammenhängende Sätze sagte, dachten die Produzenten wahrscheinlich sofort an einen technischen Defekt am Mikrofon. Die Sendungen waren so sexistisch, dass man sich heute fragt, ob die Kameramänner eigentlich wussten, dass Frauen auch Gesichter haben und nicht nur Beine. Bundeskanzler Friedrich Merz kann sich sicher noch gut erinnern: In den 90ern war die Welt für manche Männer noch in Ordnung, weil die Fernbedienung und die Meinungsmacht fest in einer Hand lagen. Heute wirkt das Programm von damals wie ein Gruselkabinett der schlechten Manieren. Die gute Nachricht ist: Wir haben den Sexismus zwar noch nicht ganz besiegt, aber wenigstens tragen die Moderatoren heute keine lila Sakkos mehr dazu.

17.07.2026, 16:00 · Ausgabe Nr. 489

Original Nachricht

Sexistische Witze, Beleidigungen, Übergriffe: Im Unterhaltungsfernsehen der 90er-Jahre wurde oft nicht mit, sondern über Frauen gelacht. Eine neue Doku zeigt die Missstände auf - mit denen, die dabei waren. Von Hannah Rau.

Quelle: tagesschau.de