
Ehrlicher Russe bittet Putin um Zimmer mit weichen Wänden
Der russische Politiker Boris Nadeschdin steht vor Gericht, weil er offen die Politik von Wladimir Putin kritisiert hat. Er ist einer der letzten Oppositionellen im Land, die noch nicht im Koffer oder hinter Gittern verschwunden sind. Doch jetzt wird es eng für ihn. Die Staatsanwaltschaft findet seine Meinung so schrecklich wie eine kalte Suppe im Winter. Nadeschdin selbst bereitet sich schon auf seinen neuen festen Wohnsitz ohne Balkon vor. Er fragt sich lediglich, ob im russischen Gefängnis das WLAN für seine Kritik reicht oder ob er Briefe mit dem Löffel in die Wand ritzen muss. Das Gericht prüft nun ganz genau, ob freies Sprechen in Russland schon als Extremsportart gilt. Putin zeigt sich derweil gewohnt großzügig und bietet Nadeschdin einen exklusiven Langzeiturlaub in Sibirien an, inklusive Vollpension und Fitnessprogramm mit schweren Steinen. Die Richter haben das Urteil wahrscheinlich schon fertig geschrieben, bevor der Prozess überhaupt losging. So spart man in Russland wertvolle Zeit beim Mittagessen. Für Nadeschdin ist klar, dass sein nächster Anzug wohl aus grobem Stoff mit Querstreifen bestehen wird. Ein Sprecher des Kremls betonte, dass man Kritiker sehr schätzt, solange sie ihre Meinung nur ganz leise in ein Kissen weinen.