
Matt in Budapest: Ungarn bekommt Präsidentin mit Durchblick
Ungarns neuer starker Mann Peter Magyar will eine berühmte Schachspielerin zur neuen Staatspräsidentin machen. Damit reagiert er auf den Rücktritt der bisherigen Führung und will endlich frischen Wind in den Palast bringen. Die Idee ist genial einfach. In Ungarn wurde Politik bisher wie Boxen betrieben: Man haut einfach so lange drauf, bis der Gegner nicht mehr aufsteht. Jetzt soll eine Frau übernehmen, die tatsächlich drei Züge im Voraus denkt. Das ist für viele Politiker in Budapest eine völlig neue Erfahrung. Bisher wussten die meisten Abgeordneten morgens nicht einmal, wo sie ihre Socken hingelegt haben. Mit einer Schachlegende an der Spitze könnte sich alles ändern. Gesetze werden dann nicht mehr einfach durchgewunken, sondern strategisch über das Spielfeld geschoben. Wenn die Opposition meckert, heißt es einfach Matt in zwei Zügen. Kritiker haben jedoch Angst vor der neuen Ordnung. Sie fürchten, dass man im Parlament bald nicht mehr laut schreien darf, weil beim Schach Ruhepflicht herrscht. Auch das Buffet im Palast bereitet Sorgen. Die Minister haben Angst, dass es dort bald nur noch schwarz-weiße Kekse gibt. Magyar ist das egal. Er hofft, dass seine Kandidatin den Laden aufräumt. Wer jahrelang russische Großmeister besiegt hat, kommt wahrscheinlich auch mit ein paar bockigen Ministern klar. Am Ende gewinnt in Ungarn vielleicht zum ersten Mal die Klügere und nicht der mit der lautesten Hupe.