
Schachprofi Judit Polgar sagt ab: Politik ist ihr zu dumm
In Ungarn wollte der neue Premier Peter Magyar die Schachgroßmeisterin Judit Polgar als neue Präsidentin gewinnen, doch die Sportlerin erteilte ihm eine deutliche Absage. Polgar erklärte, dass die historische Verantwortung für das Land schlicht zu groß sei. Wahrscheinlich hat sie nach kurzem Nachdenken einfach gemerkt, dass man im Schach zwar Bauern opfern muss, in der Politik aber meistens nur von ihnen umgeben ist. Als Profi ist sie es gewohnt, dass jeder Zug logisch sein muss, was sie für ein öffentliches Amt in Ungarn sofort disqualifiziert. Während man beim Schach stundenlang schweigt und nachdenkt, wird in der Politik oft tagelang geredet, ohne das Gehirn einzuschalten. Die Großmeisterin hat keine Lust, ihre Zeit mit Leuten zu verbringen, die nicht einmal wissen, wie ein Pferd springt, außer wenn es auf einem ungarischen Gulaschtopf abgebildet ist. Premier Magyar schaut nun dumm aus der Wäsche, weil sein großer Masterplan schon beim ersten Zug am Brett gescheitert ist. Polgar bleibt lieber bei ihren Figuren aus Holz, denn die bewegen sich wenigstens nur dann, wenn man es will, und fangen nicht plötzlich an, Bestechungsgelder anzunehmen oder peinliche Reden zu halten. Am Ende ist ein Matt auf dem Brett eben doch schöner als ein politisches Matt im Parlament.