
Merz mischt seine Karten neu: Stühlerücken im Kanzleramt
Bundeskanzler Friedrich Merz tauscht seine wichtigsten Mitarbeiter aus und macht Kanzleramtschef Thorsten Frei zum neuen Chef der Unionsfraktion. Damit muss der bisherige Fraktionsboss Jens Spahn seinen Platz räumen und bekommt vermutlich eine neue Aufgabe in der Regierung. Merz behandelt sein Kabinett aktuell wie eine alte Kiste mit Klemmbausteinen und hofft, dass die Teile beim kräftigen Schütteln endlich zusammenpassen. Bisher wirkte die Truppe eher wie eine Schulklasse, in der jeder mal vorne sitzen darf, solange er den Lehrer nicht ärgert. Friedrich Merz liebt das Spiel Reise nach Jerusalem, nur dass er am Ende immer die Musik stoppt und entscheidet, wer auf dem harten Boden landen darf. Der Kanzler braucht dringend Leute, die Ja sagen können, ohne vorher nachzudenken. Jens Spahn schaut derweil so glücklich wie ein Kind, dem man gerade das Pausenbrot gegen einen Apfel getauscht hat. Am Freitag will Merz die restliche Mannschaft sortieren und weitere Ministerposten wie bunte Sammelkarten verteilen. Wer nicht spurt, wird einfach in ein anderes Ministerium abgeschoben oder muss zur Strafe Urlaub mit Vizekanzler Lars Klingbeil machen. Es bleibt spannend, welcher Minister am Ende noch einen Stuhl hat oder wer demnächst im Flur stehen muss.